Geheimakten verschwunden - die meisten zum Vogtland

Die "Sachsensumpf"-Affäre wurde schon 2007 zu den Akten gelegt. Nun sollen Geheimdienst-Dokumente, vor allem zu den Vorgängen im Vogtland, verschwunden sein.

Dresden/Plauen - Das Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) forscht nach Akten aus dem eigenen Haus. Nachdem die frühere Referatsleiterin für den Bereich Organisierte Kriminalität (OK), Simone Skroch am Mittwoch bei ihrer Vernehmung im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum "Sachsensumpf" ein Fehlen zahlreicher Dokumente anmerkte, forderte die Opposition am Donnerstag erneut eine lückenlose Aufklärung.

Wie das LfV auf Anfrage mitteilte, waren einzelne Akten zur Organisierten Kriminalität schon 2007 nicht auffindbar. Damals hatten Meldungen über OK-Netzwerke, in die angeblich Juristen und Polizisten verwickelt sein sollten, wochenlang für Schlagzeilen gesorgt.

Das Fehlen von Dokumenten war bereits im April 2012 aktenkundig geworden. In einem Strafverfahren wegen Verletzung von Dienstgeheimnissen gegen einen Mitarbeiter Skrochs hatten dessen Anwälte aufgelistet, dass nachweisbar mindestens 66 registrierte Dokumente komplett fehlten - die meisten davon zu Vorgängen im Vogtland. Dort war von einem Polizeiskandal um den damaligen Kripochef, um einen bestechlichen Richter und Verbindungen zur Rotlichtszene gemunkelt worden.

Nach der Ausschusssitzung stellt sich die Frage, ob die vormalige Referatsleiterin Simone Skroch mit ihren Aussagen eine neue Lawine losgetreten hat. Sie hatte gesagt, dass neben 27 Quellenberichten auch 12 Treffvermerke fehlen - Dokumente, die nach Begegnung von Informanten mit LfV-Leuten angelegt werden. Skroch wunderte sich, dass zwar noch Spesenbelege vorhanden sind, nicht aber die Vermerke. va