Gefühl für Sprache vermitteln

Plauen - Als Lehrerin in Deutschland zu arbeiten wäre ihr Traum. Doch im Juni geht Emily Guerry erstmal zurück nach England.

Im Plauener Diesterweg-Gymnasium unterrichtet die Fremdsprachenassistentin noch bis zum 31. Mai im Beisein der jeweiligen Fachlehrer. Obwohl sie mehrere Sprachen fließend spricht, hat sie sich hier auf Englisch konzentriert. Dabei legt sie besonderen Wert auf die Konversation. "Ich möchte, dass die Schüler ein Gefühl für die Sprache bekommen, sich ausdrücken und unterhalten können. Die Grammatik überlasse ich den Lehrern, die können das im Moment noch besser vermitteln", sagt die 22jährige. Bei Bedarf gibt sie Nachhilfe in Französisch.

Sie sei gut aufgenommen worden. Es mache Spaß mit den Schülerinnen und Schülern zu arbeiten, bestätigt sie. In England wird sie ein Studium beginnen. "Das Lehramt wäre in Deutschland etwas zu kompliziert für mich vom Ablauf her. Für England habe ich die besseren Voraussetzungen. Unterrichten würde ich später gern wieder in Deutschland. Ich könnte mir auch vorstellen für immer hierher zu kommen."

In der Normandie in Frankreich wurde sie geboren, zog nach dem Abitur nach Leicester/England. Seit ihrem ersten Besuch in Deutschland zog es die Tochter eines Franzosen und einer Engländerin jedoch immer wieder hierher, speziell nach Sachsen.

In Leipzig blieb sie ein halbes Jahr für ein Praktikum und entschied sich nun für Plauen. Sie fühle sich wohl hier, findet die Leute nett. Mit dem Dialekt sei das anfangs so eine Sache gewesen, schnell habe sie sich daran gewöhnt und versteht jetzt alles gut. Eine Verbindung zum Land habe es indirekt schon seit ihrer Kindheit gegeben. Ihr Vater war Deutschlehrer, allerdings habe er zu Hause mit Emily und den Geschwistern kein Deutsch gesprochen. Drei ältere Geschwister, zwei Brüder und eine Schwester sowie eine jüngere Schwester gehören zur Familie. Während ein Bruder als Dolmetscher arbeitet, studiert die Schwester in Bonn Medizin.

 

In Plauen hat Emily ein kleine Wohnung bezogen. Sie singt im Chor, spielt Klarinette, joggt gern und mag Volleyball. In der Volkshochschule belegt sie einen Töpferkurs, denn auch kreativ ist sie gern. In Deutschland habe sie mittlerweile viele Freunde gefunden. Mit ihrer natürlichen, sympathischen Ausstrahlung und mit ihrem sehr guten Deutsch wird ihr Bekanntenkreis sicher stetig wachsen.  S. Rössel