Geflügelhof Vogtland investierte zwei Millionen Euro

Zobes -Zigtausende Eier - Tag für Tag: Die Geflügelhof Vogtland-Frischeier GmbH in Zobes hat mehr als zwei Millionen Euro investiert - und die Käfighaltung abgeschafft. Und 2011 wird weitergebaut.

 

Hatte der größte Eier-Produzent des Vogtlands bisher 280 000 Legehennen, werden es künftig nur knapp 200 000 Tiere sein. "Wir mussten eine gesetzliche Regelung umsetzen und haben seit April sieben Hallen umgebaut, eine folgt noch Anfang des neuen Jahres", sagt Ursula Brachold, die Leiterin der Buchhaltung. "Wir haben uns für Bodenhaltung (in den Hallen) entschieden, weil wir keine Flächen für Freilandhaltung haben."

Die Firma hat einen Betriebsteil in Chrieschwitz und betreibt in Mechelgrün zudem eine Aufzucht: Dort werden angelieferte Ein-Tages-Küken aufgezogen - 60 000 Stück. Wenn die Tiere 20 Wochen alt sind beginnt ihr "Arbeitsleben": 52 Wochen legen die Tiere Eier, fast jeden Tag eines. "Dann gehen sie zum Schlachten", sagt Frau Brachold.

Die Hallen dürfen Fremde, laut Brachold, aus hygienischen Gründen nicht betreten. Halle Nr. 7, die am Montag in Betrieb geht, steht noch leer. Dort zeigt die Buchhalterin das Prinzip der Legehennenhaltung in Zobes - alles vom Computer gesteuert: Die Tiere können sich frei auf dem mit Streu ausgelegten Betonboden bewegen. Zum Eierlegen springt die Henne einen knappen Meter hoch, in eine Art Förderband mit zwei Etagen: Dort hockt sich die Henne auf "Kunstrasen", der geneigt ist, damit die Eier auf ein Förderband rollen. Futter gibt es in automatisch beschickten Krippen, Wasser spendet eine Vielzahl Tränken: Die Henne öffnet dazu per "Kopfdruck" ein kleines Ventil. Unter den Sitzstangen, in luftiger Höhe, rotiert ein zweites Förderband: um die Exkremente abzutransportieren.

Im Geflügelhof arbeiten Frau Brachold zufolge 26 Leute. "Es könnten mehr werden, wenn der Umbau abgeschlossen ist. Warum? Weil die Reinigung der Ställe aufwendiger ist als bei der Käfighaltung." Das Unternehmen zählt zur Zimmerer-Gruppe in Dietzenbach bei Frankfurt am Main und wurde vor fast genau 20 Jahren gegründet. Frau Brachold beziffert die Investition in diesem Jahr auf 2,3 Millionen Euro - "die Hälfte sind Fördermittel. "Aber im nächsten Jahr haben wir noch Größeres vor: eine 10-Millionen-Investition: Dann wollen wir die Aufzucht in Mechelgrün abschaffen und stattdessen drei weitere Hallen für Legehennen bauen."                    

 

Von  Uwe Faerber