Gedenktafel für "Vater" der Notfallhilfe

Siegfried Steiger wurde 1929 in Schönberg am Kapellenberg geboren: Der Vogtländer hat das deutsche Rettungswesen revolutioniert - nach einem schweren Schicksalsschlag. Jetzt feiert Steiger 90. Geburtstag und sein Geburtsort ehrt ihn für sein Lebenswerk.

Bad Brambach/Schönberg - Dort, wo Siegfried Steiger - der "Vater" und Architekt des deutschen Rettungswesens - vor 90 Jahren geboren wurde, erinnert künftig eine Gedenktafel an seine Verdienste. Sein Geburtsort, die Gemeinde Bad Brambach wird die mit einem Text versehene Bronzetafel gut sichtbar gegenüber der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr im Ortsteil Schönberg aufstellen.
Am Sonntag, 12.30 Uhr, ist deshalb eine Feierstunde im Schloss Schönberg geplant, an der Bürgermeister Maik Schüller teilnimmt, Pierre-Enric Steiger, Präsident der "Björn Steiger Stiftung" und weitere Gäste. Siegfried Steiger wird sich mit einem Video-Grußwort an die anwesenden Gäste richten.
Siegfried Steiger wurde am 15. Dezember 1929 in Schönberg am Kapellenberg (heute ein Ortsteil von Bad Brambach) geboren. Zusammen mit seiner Frau Ute gründete er nach dem tragischen Unfalltod ihres neunjährigen Sohns Björn vor 50 Jahren die "Björn Steiger Stiftung" im baden-württembergischen Winnenden.
Keine Notfallhilfe, keine 112, mehrere Stunden Wartezeit, bis ein Krankenwagen kommt. Was heute ein Albtraum-Szenario ist, war für die Steigers 1969 schmerzhafte Realität.
Das Ehepaar Steiger brachte das moderne Rettungswesen, wie wir es heute kennen, auf den Weg: Bundesweite Notrufnummern 112/110, Notruftelefone am Straßenrand, 24-Stunden-Notarztsystem, BOS-Sprechfunkstandard, Aufbau der Luftrettung und Gründung der ersten zivilen Luftrettungsorganisation (DRF: Deutsche Rettungsflugwacht), Baby-Notarztwagen - dies alles und mehr setzte das Ehepaar Steiger durch und rettete auf diese Weise unzählige Leben.