Gedenken und Kränze an einstiger Synagoge

Plauen Gestern Dienstag erinnerten Plauener Bürger an das vor 81 Jahren begangene Unrecht gegenüber den jüdischen Mitbürgern der Stadt und in ganz Deutschland. Am 9. November 1938 brannte die Synagoge der Stadt. Bürgermeister Steffen Zenner sprach vom Beginn des Untergangs aller ethischen Werte im Dritten Reich. Die Plauener Synagoge war erst wenige Monate alt, als sie in der Pogromnacht niederbrannte. Das im Bauhaus-Stil errichtete Gebäude war ein Ort des Glaubens mit großen bunten Fenstern, wie Prof. Dr. Rafael Wertheim das Gotteshaus beschrieb. Der in Israel geborene und dort lebende Wissenschaftler forderte die Menschen auf, für Verständigung und Toleranz zu stehen. "Wir alle, die zweite und dritte Generation nach dem zweiten Weltkrieg dürfen den Holocaust nicht vergessen." Die letzten Tage hätten gezeigt, dass die Ampel auf Gelb stehe. Er stellte die Frage, ob Juden in Deutschland noch sicher sind und zitierte den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde in Chemnitz mit: "Ja." Seine Zuversicht ziehe Dr. Röcher aus den Solidaritätsbekundungen nach dem Attentat von Halle. Fünf Friedensoberschüler gingen zum Rednerpult und verlasen eine Auflistung von judenfeindlichen Handlungen und Äußerungen des Jahres 2019 in Deutschland. Es wurde sehr emotional zugehört. Die Anzahl der Übergriffe schockierte die rund 300 Teilnehmer der Kranzniederlegung. Unter ihnen waren viele Schülerinnen und Schüler der Plauener Oberschulen. Diese Tatsache wurde von Bürgermeister Zenner gewürdigt, in dem er feststellte, dass die jungen Leute mit ihrer Anwesenheit "Flagge zeigen". Rabbiner Dannyel Morag sprach ein Gebet für die sechs Millionen durch die Nazis getöteten Juden.
Von den Bürgermeistern Steffen Zenner und Levente Sárközy, sowie den anwesenden Vertretern verschiedener jüdischer Gemeinden wurden Kränze an der Gedenktafel für die Plauener Synagoge niedergelegt. gke