"Gebe nur ein Geschäft auf"

Plauen - Ullrich Franke auf die eher zurückhaltend gestellt Frage, ob denn die Gerüchte stimmten, dass er seine Galerie am Altmarkt aufgebe: "So ist es. Im April wird mit aller Wahrscheinlichkeit das Insolvenzverfahren eingeleitet."

  Eröffnet im Jahre 1997    1997, exakt am Tag der Sachsen, hat der heute 46-Jährige die attraktive Galerie im Zentrum von Plauen eröffnet. Vorher betrieb er seine Rahmenwerkstatt in der Feldstraße. Angeboten werden auf den beiden Etagen, in denen einst in DDR-Zeiten der staatlich gelenkte An- und Verkauf eine manche Not lindernde Heimstatt hatte (und auch für Schnäppchen gut war), alle Arten von Rahmungen, Vergoldung und Restaurierung von Bildern. Dazu kam der Verkauf von Original-Kunstwerken nicht nur einheimischer Künstler. Das alles, so Ullrich Franke, gehe nun nicht mehr, obwohl noch 2008 geschäftlich "alles wunderbar" gelaufen sei.

  Besteht die Galerie weiter?   Neben ihm mussten vom Geschäft noch die Mitarbeiterin Katrin Hager und der vietnamesische Vergolder leben. Das wurde finanziell immer schwieriger. Ullrich Franke will nun aussteigen. Vorgesehen sei, dass Mitabeiterin Katrin Hager, wenn auch nur in den Räumen des Erdgeschosses, die Galerie weiter betreibt.

Bekannt wurde die Galerie am Altmarkt auch durch eine Reihe sehr gelungener Ausstellungen. Die erste dieser Präsentationen mit Bilder über Plauen wurde noch von der damaligen Museumsdirektorin Anette Schwohl eröffnet. Viele weitere folgten, doch dann wurde es still; Ausstellungen mit einer Eröffnung gibt es schon seit einiger Zeit nicht mehr. Darauf angesprochen bestätigt Ullrich Franke, dass man schon daran hätte merken können, dass "der Laden nicht mehr so gut laufe".

  Zusätzliche Angebote   Da habe es auch am Ende nichts genützt, dass es zusätzliche Angebote in der Galerie gegeben habe. So sei in der Weihnachtszeit ein attraktive Angebot an ästhetisch überzeugenden und sich fernab von jedem Kitsch bewegenden Pyramiden gemacht worden, was, wie Ullrich Franke bestätigt, auch gut angenommen worden sei. Auch die Keramiken von Hedwig Bollhagen, die der Galerist zusätzlich im Angebot hatte, seien ein Gewinn gewesen, hätten das Ganze aber auch nicht retten können.

 

Wie geht es nun weiter? Darauf hat Ullrich eine verblüffende Antwort: "Ich lebe noch und ich bin gesund. Ich gebe nur ein Geschäft auf." Und er werde jetzt erst einmal eine Auszeit nehmen, ein sogenanntes Sabbat-Jahr.

Er habe vor, den Jakobsweg zu gehen, den Pilgerweg zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Spanien. "Geübt" habe er dafür schon einmal bei einer Wanderung, die er von Plauen nach Stuttgart unternommen habe. "Das hat mir sehr viel gegeben", sagt Ullrich Franke, und er könne es eigentlich kaum erwarten, dass er endlich losgehen kann. Beginnen will er seine Wanderung entweder in München oder Stuttgart, aber auf jeden Fall im Mai oder Juni. Damit möchte er den Kopf freibekommen und erkennen, dass es am Ende vielleicht Wichtigeres gibt als eine Galerie am Altmarkt in Plauen.  L.B.