Gebäude-Abriss in Ebmath vom Tisch

Ebmath - Was wird aus der "alten Fabrik" in Ebmath - Abriss oder weitere Nutzung? Der Gemeinderat hat entschieden.

 

Mehr Gäste als Gemeinderäte. Das Interesse der Ebmather an der jüngsten Beratung des Eichigter Gemeinderats hätte größer gar nicht sein können. "Da lag richtig Spannung in der Luft" , meint Eichigts Bürgermeister Christoph Stölzel. Der Grund: Das Parlament des Dorfes hatte über die Zukunft des ehemaligen Gruppenpostens - landläufig auch als alte Fabrik bekannt - zu befinden.

Die Frage lautete: Abriss der maroden Bausubstanz - oder weitere Nutzung durch die Feuerwehr des Dorfes ? Der Rat habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, hätte aber nach kontroversen Diskussionen eingesehen, dass ein Abriss den Ebmathern nicht zu vermitteln sei, sagte Christoph Stölzel auf unsere Anfrage. Das heißt: Der Abriss ist von Tisch, bereits genehmigte Fördermittel in Höhe von etwa 45 000 Euro (90prozentige Förderung) werden von der Gemeinde nicht abgerufen. Die Freiwillige Feuerwehr des Dorfes hat ihr Domizil vorerst gerettet.

Das Thema Abriss sei von ihm seit zweieinhalb Jahren "immer wieder" angesprochen worden, sagte der Bürgermeister. Und nicht nur für ihn sei das Haus wie "ein Fass ohne Boden" gewesen. Das Dach kaputt, der Dachstuhl marode, Schäden durch Feuchtigkeit im Mauerwerk, . . . völlig überalterte und Energie fressende Nachtspeicheröfen aus den 70er Jahren, . . "Bei dieser Bausubstanz", so der Bürgermeister, "waren sich alle einig, dass es das nur eine Lösung gibt: Abriss."

 

Mit Hilfe neuer Förderprogramme habe man zu Beginn des Jahres den Abriss vorbereitet. Der Knackpunkt: Ebmaths Wehr - eine der ältesten und aktivsten im Vogtland - hätte dann keinen Vereinsraum mehr gehabt. Christoph Stölzel: "Ich habe richtig gespürt, mit wie viel Herzblut die Ebmather an dem alten Haus hängen." Deshalb habe die Gemeinde mehrere Varianten geprüft und dem Rat vorgestellt. Erstens: Umbau, Sanierung und Teilabbruch des Gebäudes. Kosten: 338 000 Euro.

Zweitens: Bau von Vereinsräumen in der Fest-Scheune der Feuerwehr Kosten: 135 000 Euro. Drittens: Bedachung der alten Fabrik; Sicherung der Bausubstanz. Kosten: etwa 40 000 Euro. In der ersten Diskussionsrunde hätten sich - mit Ausnahme der beiden Ebmather Räte - alle Gemeinderäte für einen Abbruch ausgesprochen, informierte der Bürgermeister. "Peu a peu" sei den Räten dann aber die Erkenntnis gekommen, dass die "Vernunftslösung Abriss" in Ebmath auf "totale Ablehnung" stoßen würde.

 

Wohl deshalb ist die Entscheidung auch anders gefallen: Neun Räte votierten gegen einen Abriss, zwei enthielten sich der Stimme. Die meisten Ebmather dürften wohl entspannt und zufrieden nach Hause gegangen sein. Und was meint der Bürgermeister zu der Situation? ,,Eine andere Entscheidung wäre eine Entscheidung gegen das Dorf gewesen. Das geht nicht. Ich freue mich für die Ebmather. Entspannt bin ich aber nicht. Die Fördergelder sind futsch. Und die 40000 Euro fürs Blechdach; die kommen auch nicht aus der Portokasse. Das sieht nach eine endlosen Geschichte aus, . . . da kann ich nur hoffen und glauben."   va