Für Vandalen am Campus wird Luft knapp

Bernd Stubenrauch, Plauener Urgestein und nicht nur deshalb eng verbunden mit seiner Stadt, machte der Vandalismus am Amtsberg betroffen. Er lobte 1000 Euro zur Ergreifung der Täter aus. Dann geschah etwas, was er selbst nicht für möglich gehalten hätte.

Plauen Nur wenige Tage, nachdem Bernd Stubenrauch seinem Ärger über zerbrochene Flaschen, demolierte Leuchtkörper und mit spitzen Gegenständen zerkratze Geländer und Bänke öffentlich Luft gemacht hatte und zur Ergreifung, vor allem aber Bestrafung, des oder der Täter 1000 Euro ausgelobt hatte, meldeten sich bei ihm, als auch in der Redaktion etliche Bürger, die diese Aktion ebenfalls unterstützen wollten. Manche taten dies verbal, indem sie das Engagement Stubenrauchs lobten, andere beteiligten sich finanziell. Nun, nach nicht mal vier Wochen, kann Stubenrauch ein überaus erfreuliches Fazit ziehen. Die Summe sei bisher auf 2000 Euro angewachsen - durch die Beteiligung von bislang zehn Spendern. Weitere hätten ihre Hilfe avisiert. Kein einziger tue dies quasi aus "Geltungssucht" - die meisten bitten darum, anonym zu bleiben. Viele können diese blanke Zerstörungswut an mühsam und auch finanziell aufwändig Geschaffenem einfach nicht nachvollziehen, nicht wenige waren und sind selbst betroffen - durch Graffity-Schmierereien an den eigenen Hausfassaden. "Ich merke deutlich, dass mit der Aktion viele Plauener sensibilisiert wurden auch mal genauer hinzuschauen und eventuelle Schäden zu melden. Dass mit der wachsenden Summe auch die Gefahr zunimmt, dass Denunzianten auf den Plan treten und Unschuldige "anschwärzen",, diese Gefahr sieht Stubenrauch nicht. Die "Belohnung" wird ja ausdrücklich erst wirksam, wenn die Täter zur Rechenschaft gezogen werden. Denkbar, so der Initiator wäre auch, bei Nichtergreifung der Täter mit den Spendern darüber beraten, die Summe gemeinnützig zur Verfügung zu stellen - beispielsweise, um die Beseitigung der Schäden zu finanzieren.
"Ich fahre fast jeden Abend am Campus vorbei. Da sitzen fast immer Jugendliche und trinken meist auch was. "Aber ich bin weit davon entfernt, alle über einen Kamm zu scheren, die meisten sind ja ganz vernünftig", zieht Stubenrauch ein weiteres Zwischenfazit. top