Für Ladesäulen kaum Bedarf

Dass die Kunden der Stadtwerke Strom ab Januar 7,8 Prozent mehr zahlen müssen, hatte sich bereits abgezeichnet, als die Bundesnetzagentur die Festlegung der Höhe der EEG-Umlage präsentierte.

Von Ingo Eckardt

Plauen Nach 6,9 Cent im Jahr 2017, 6,8 Cent. im letzten und 6,4 Cent in diesem Jahr geht diese Umlage nun wieder auf 6,7 Cent. nach oben. In Zusammenspiel mit den erhöhten Netzentgelten und den deutlich erhöhten Einkaufspreisen geht nach Aussage von Geschäftsführer Peter Kober kein Weg daran vorbei, die Erhöhungen an die Kunden weiter zu reichen. "Die Mehrkosten für den Standardhaushalt in der Grundversorgung mit 1.700 Kilowattstunden liegt bei 3,58 Euro im Monat. Bei unseren zumeist etwas günstigeren Wahlprodukten liegt das in einer ähnlichen Höhe. Die Grundgebühr bleibt in allen Tarifen unangetastet", sagt Peter Kober.
Den Löwenanteil machen dabei die erhöhten Stromeinkaufskosten aus. Er erwarte keine nachhaltige Talfahrt der Preise, bekundet auch sein Verkaufsleiter Holm Gündel. "Dass die Beschaffungspreise so massiv nach oben gegangen sind, ist eine Folge des Handels mit CO2-Verschmutzungszertifikaten bei den Stromerzeugern. Der Atomausstieg und eine stärkere Fokussierung auf die ebenfalls bis 2038 auslaufende Kohleverstromung bringt das mit sich. Fakt ist, dass wir als Stadtwerke nicht unsere Gewinne maximieren wollen, sondern fair und transparent die Kosten, Umlagen und Gebühren umlegen müssen", sagt Geschäftsführer Kober. Bedauerlich sei, dass die reinen Marktkosten nur mehr 26,3 Prozent am Strompreis ausmachen, dazu kämen 23 Prozent Netzentgelte, die staatlich reguliert werden. Die EEG-Umlage schlägt mit 20,6 Prozent zu Buche, dazu kommen Offshore-Umlage für die Windkraft auf dem Meer, Kraft-Wärme-Kopplungsumlage, Strom- und Mehrwertsteuer. Zusammen machen all die Umlagen und Ablagen 50,7 Prozent des Gesamtstrompreises aus. "Nimmt man die Netzentgelte dazu, sind fast drei Viertel des Preises staatlich festgelegt", sagt Kober und wirft damit ein eher fades Licht auf die vor Jahren umgesetzte Liberalisierung des Strommarktes.
Letztlich können alle Anbieter nur die Einkaufskosten minimieren, um billiger als andere zu sein. In diesem Zusammenhang rät Kober zur Vorsicht, was Internet-Vergleichsportale betrifft. Hier sei immer zu beachten, dass auch diese Webseiten kommerzielle Interessen vertreten. "Wer bezahlt, bekommt ein besseres Ranking. Wirklich unabhängige Beratung ist das leider auch nicht", so der Stadtwerke-Chef. In diesen Tagen bekommen alle Kunden Post von den "Stromern", wo die Erhöhung angekündigt und erläutert wird. Unter der Nummer 03741/ 71 98 88 bietet der Stromversorger eine kostenlose Beratung für alle Betroffenen an.
Einen wachsenden Stellenwert nimmt die Ladeinfrastruktur für E-Autos ein. Vier Ladesäulen zur derzeit noch kostenfreien Betankung der Elektro-Modelle gibt es - am Klostermarkt, wo monatlich rund 120 Ladevorgänge gezählt werden, ist die Auslastung noch am besten. Deutlich weniger wird an den Ladesäulen in den Parkhäusern der Stadtgalerie und des Landratsamtes sowie auf dem Parkplatz des Media-Marktes der Mobilstrom gezapft. Rund 30.000 Kilowattstunden pro Jahr gibt man dort ab. Ein Abrechenmodus würde sich in Anbetracht der marginalen Nutzung derzeit noch nicht rechnen - so bleibt das Laden vorerst kostenfrei. Dennoch will man das Thema weiter beackern und bietet Infrastruktur für das Laden zu Hause und einen entsprechenden günstigen Stromtarif an.
Bei "Plauen eMobil-Strom" werden eine monatliche Grundgebühr von fünf Euro sowie ein Kilowattstundenpreis von 21,55 Cent brutto fällig.