Für andere durch das Feuer gehen

Sie sind da, wenn das Feuer oder das Wasser Leib und Leben oder wichtige Lebensgüter bedrohen. Sie sind da, wenn Rettungsdienste und Katastrophenschützer Unterstützung benötigen, um Menschen zu evakuieren, wenn man wieder eine Bombe gefunden wurde: Die freiwilligen Feuerwehrleute.

Von Ingo Eckardt

244 Plauener und Bewohner der Ortsteile sind engagierte und aktive freiwillige Feuerwehrleute, dazu kommen 52 Jugendfeuerwehr-Mitglieder und 99 Feuerwehrleute in den Alters- und Ehrenabteilungen, die nach langjährigem Dienst im Ruhestand sind. Die aktiven Mitglieder sind es, die im Zweifelsfall ihr eigenes Leben einsetzen, um für andere Menschen im wahrsten Sinne des Wortes "durchs Feuer zu gehen".


Die Freiwilligen Feuerwehren Plauens - Plauen-Mitte, Neundorf, Großfriesen, Jößnitz, Straßberg, Thiergarten, Kauschwitz, Zwoschwitz und Stöckigt - tragen Sorge dafür, dass die Berufsfeuerwehr rechtzeitig und kompetent Hilfe bei Schadensereignissen hat. Und die Kameraden stehen dafür, in den Ortsteilen den Brandschutz und die Brandbekämpfung sicher zu gewährleisten.


Allerdings sind heute nur einige Wehren noch ein der Lage 24 Stunden täglich eine entsprechende Bereitschaft vorzuhalten. Aus verschiedenen Gründen ist dies manch einer Ortswehr quasi unmöglich geworden: Veraltete Technik, aus beruflichen Gründen abwesende Feuerwehrkameraden und eine gewisse Überalterung der Kameraden spielen dabei die Hauptrollen. Manchmal sind auch persönliche Befindlichkeiten Grund dafür, dass die ausreichende Stärke der Wehren nicht mehr zur Verfügung steht. Sich hier stets zusammenzuraufen und gemeinsame Wege im Sinne der Gemeinschaft zu finden, ist ein großes Verdienst, dass die Wehrleiter und deren Vertreter immer wieder zu erarbeiten haben. Zumal die Wehren gerade in den Ortsteilen auch einen hohen gesellschaftlichen Integrationswert haben und oft der einzige stabil arbeitende Verein sind. Sie prägen in vielerlei Hinsicht das dörfliche Leben - bei der Absicherung von Festen und feiern, bei der Organisation und Sicherung von Brauchtumsfeuern und der Pflege örtlicher Traditionen. Gerade in diesem Jahr, in dem die Entwicklung weiterer feuerwehrlicher Kompetenzen in vielen Wehren coronabedingt heruntergefahren werden musste, ist somit ein Dank an die Kameraden besonders wichtig. Gerade auch in schwierigen Zeiten junge Menschen für die gemeinwohlstiftende Aufgabe des Feuerwehrmannes zu begeistern, ist zentrales Anliegen der engagierten Feuerwehr-Jugendwarte. Sie tragen heute Gewähr dafür, dass die Kinder von heute Feuerwehrleute von morgen sein können. Sie bilden aus, üben Löschangriffe und lernen den Jugendfeuerwehrkindern das Einmaleins der Feuerwehr.


Der jüngste "Feuerwehrmann" Plauens gehört zur Ortsfeuerwehr Kauschwitz. Gerade mal neun Lenze zählt Oskar Stephan aus einer regelrechten Kauschwitzer "Feuerwehrdynastie". "Schon vor seinem Eintritt in die Jugendfeuerwehr im November vergangenen Jahres habe ich meinen Sohn an das Thema Feuerwehr herangeführt", sagt sein Papa Chris Stephan, der seit 22 Jahren Mitglied der Kauschwitzer Wehr ist. Oskars Großvater Andreas Stephan leitet die Kauschwitzer "Freiwillige" seit dem viel zu frühen Tod des langjährigen Wehrleiters Jürgen Kirschner. Schon seit 1982 trägt er die Feuerwehr-Dienstkleidung der Kauschwitzer Wehr, ging lange Jahre in die Verantwortung als stellvertretender Wehrleiter.
Die Ausbildung des jüngsten Plauener "Feuerwehrmannes" Oskar Stephan leitet sein Nachbar im Dorf, Sören Strehlow. Immerhin sind es rund 15 Kinder und Jugendliche, die in Kauschwitz Grundlagen des Feuerwehrwesens in der Jugendwehr erlernen. Die gute Jugendarbeit trägt Früchte - immer wieder werden aus Jugendfeuerwehrleuten echte Feuerwehr-Kameraden. "Doch gerade, wenn es an Ausbildung und Studium geht, gehen uns die Jugendlichen verloren", weiß Wehrleiter Andreas Stephan. Deshalb ist die unaufhörliche Ausbildung ein wichtiger Garant dafür, dass auch in Zukunft bei Brand oder Hochwasser vor Ort geholfen werden kann.


Den Kindern macht die Ausbildung riesigen Spaß und der Ortschaftsrat in Kauschwitz hat die gute Arbeit der Jugendfeuerwehr mit einem Zuschuss honoriert. "Es ist toll, so ein bisschen echte Feuerwehrluft zu schnuppern. Leider gab es in diesem Jahr wegen Corona nur wenige Ausbildungstage - normalerweise üben wir ja jeden Sonntag", erzählt der kleine Oskar, mit stolzgeschwellter Brust.


Dreimal musste man dieses Jahr in den Einsatz - es gab einen kleinen Waldbrand zu löschen und bei den beiden Bombenfunden wurde zweimal bei der Evakuierung der Personen geholfen.

 

Kalenderblatt 20

Wie alt ist der jüngste
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Zu gewinnen gibt es diesmal Finn mit Danke-Schild, gesponsert von der Drechslerei Kuhnert aus Rothenkirchen.
Von der Glücksfee gezogen wurde als Gewinner von Kalenderblatt 15 Rosi Löchner aus Plauen. Sie wusste das Lösungswort: Singapur Julia Eckstein aus Mehltheuer gewann das 16. Kalenderblatt. Die richtige Antwort lautete Komponist.
Den Gewinnerinnen herzlichen Glückwunsch!
Der Gewinn kann in der Redaktion in Plauen abgeholt werden.


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