Früher und heute: Cafe und Restaurant Trömel

Plauen - Abends leuchten etliche Lichter systemvoll an der Fassade des Hauses am Plauener Klostermarkt in immer wieder wechselnden Farben. Modern, großstädtisch, originell wirkt die Szene. Im Innern des Gebäudes erwartet den Besucher auf den ersten Blick eine ganz normale Gaststätte namens "Cafe und Restaurant Trömel". Doch das Lokal ist mehr. Historisch, gemütlich, einmalig.

"Hier ist es ja wie im Museum", flüstert beeindruckt ein älterer Gast, der auf dem Gang über die Treppe die zahlreichen Bilder, Fotos, Utensilien der Kaffeekunst betrachtet und mehr und mehr ins Staunen gerät. Trömel? Wer oder was das ist, das wird schnell beantwortet. Das ehemalige imposante Kaffeehaus im Zentrum des alten Plauens war bis 1945 eines der berühmtesten Cafes, nein besser, einer der größten Cafetempel zwischen München und Berlin.

Dass der Name und die Erinnerungsstücke erhalten geblieben sind, hat zwei Gründe, erzählt Gaststätteninhaberin Katrin Feitisch, die mit ihrem Mann Matthias Feitisch den Laden führt. "Mein Vater Bernd Ebert hat immer schon die Geschichte des Trömel interessiert und Fotos, Materialien, Karten, eben alles rund um das Kaffeehaus gesammelt. In seinem Eiscafe in Reusa hat er dann in den 1980ern ein Trömelzimmer eingerichtet. Nach der Wende 1992 kam ein Vermieter in der Innenstadt auf ihn zu und meinte, er soll doch ein Trömel in der Altstadt eröffnen", erzählt die Tochter. Die Idee gefiel auch der Familie Trömel, Enkelin Lotte Meinel war begeistert, erinnert sich Katrin Feitisch.

Nach einigen recht erfolgreichen Jahren im Einkaufszentrum Klostermarkttreff hieß es erneut Abschied nehmen. 2000 dann eröffnete Feitisch an neuer Stelle in moderner Umgebung das jetzige Lokal am Klostermarkt. Umzug scheint Tradition bei Trömels zu haben. Am 5. Februar 1880 eröffnete Konditor Emil Trömel in der Syrastraße sein erstes Plauener Cafehaus. Klein, fein, nahe dem Neustadtplatz. Schon 1883 erfolgte der Umzug an den Postplatz. Und 1903 kam es dort auch zum ersten Spatenstich für den in fünf Jahren fertig gestellten Neubau - ein imposantes und doch nicht wuchtig wirkendes Lokal im Herzen der aufblühenden Vogtlandmetropole. Das Trömel wurde zu einer der Adressen, mit Sälen, kleinen Gasträumen, Laden und einem Garten für bis zu 1000 Gästen.

Emil Trömel hätte heute noch seine Freude. Würdig schaut seine Büste aus, die in der Mitte des Raumes aufgestellt ist. Das Exemplar ist ein Geschenk der Familie an die Plauener Feitischs. Im vorderen Teil des Cafes hängen etliche historische Fotos an den Wänden, auch eines, dass das schwer vom Luftangriff 1945 beschädigte Haupthaus zeigt. Der Clou aber ist: Zwei Garnituren echter Trömelmöbel, Tische und Stühle hat der alte Sammler Ebert in Besitz und der Öffentlichkeit zum Verweilen zur Verfügung gestellt. Man ahnt etwas von der Eleganz, vom Charme, von dem stilvollen Ambiente vergangener Zeiten. Umso köstlicher schlürft sich da in der originalen Ecke der Kaffee.

"Ja, wir feiern in diesem Jahr Jubiläum, es ist das zehnte, und wir hoffen auf eine gute Zukunft, auch um die Erinnerung, die Geschichten und die Kultur und Lebensart vom Cafe Trömel zu erhalten", sagt Katrin Feitisch zum Abschied. fb