Fröbersgrüner schreiben an den Landtag

Es bleibt dabei. Die Syrauer Ortsteilbewohner werden nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen. "Sie müssen vollbiologische Kleinkläranlagen errichten", erklärte während der jüngsten Ratssitzung im Bürgerhaus Fröbersgrün Henning Scharch, Geschäftsführer des Zweckverbands Wasser/Abwasser Vogtland (ZWAV). Der Gemeinderat Syrau will sich damit jedoch nicht abfinden.

Eine Petition gen Landtag mit der Forderung, sich in Sachen Abwasserproblematik mehr für den ländlichen Raum und insbesondere Fröbersgrün einzusetzen, soll vorbereitet und abgesandt werden. "Dann wäre der Protest zumindest dort, wo er hingehört", zeigte sich Ortschronist Klaus Kölbel zufrieden und stärkte damit die Position des ZWAV. "Sie setzen schließlich auch nur die Gesetze und Förderrichtlinien um, welche das Land erlässt", so Kölbel in Richtung des ZWAV-Geschäftsführers.

Ungeachtet dieses Protests läuft die Arbeit beim ZWAV wie begonnen weiter. "Bisher liegen die Fröbersgrüner Unterlagen von der Sächsischen Aufbaubank noch nicht wieder vor. Sobald die Bank grünes Licht für einen Baubeginn gibt, erhalten sie Post vom ZWAV", nannte Scharch die nächsten Schritte. Mit dieser Post an die 74 Wasserabnehmer in Fröbersgrün ist das Angebot einer unentgeltlichen Fachberatung verbunden. Und diese scheint für den Syrauer Ortsteil dringend geboten. Gut 40 Prozent der Fröbersgrüner leben allein beziehungsweise zu zweit. Nachdem immer wieder von Fachleuten eingeschätzt wird, dass handelsübliche Kläranlagen erst ab vier Personen voll funktionsfähig seien, muss hier sehr individuell beraten werden.

"Es gibt selbstverständlich auch Anlagen, die schon bei zwei Personen ordentlich arbeiten", betonte Scharch mehrfach. Ob diese "Sondermodelle" dann noch kostenintensiver beim Einbau sind, dazu gab es keine Aussagen. Lediglich in Fällen von Ein-Personen-Haushalten müsse man prüfen, ob eine abflusslose Grube als Alternative in Frage komme.  mam