Frischer Wind weht im Freilichtmuseum Landwüst

Seit Anfang Februar ist Tobias Müller neuer Leiter des Freilichtmuseums Landwüst. "Noch nicht eine einzige Stunde habe ich meine Bewerbung für diesen Job bereut", versichert der 33-Jährige auf eine entsprechende Frage. Ihm bereite die neue Aufgabe großes Vergnügen.

Mit drei Festangestellten und mehreren Aushilfen oder geringfügig Beschäftigten an der Seite möchte der einstige Student der Mittelalterlichen Geschichte mit den Nebenfächern Sächsische Landesgeschichte und Evangelische Theologie dem Museum langfristig den Schliff verpassen, der ihm in der Vergangenheit abhanden gekommen war. Freilich ist das nicht in vier Wochen zu schaffen, gleich gar nicht während dieses lang andauernden Winters, der Aktivitäten im Freien bisher kaum zuließ. "Ich bin noch immer dabei, mir einen allgemeinen Überblick zu verschaffen, um letztendlich eine langfristige Konzeption für das Museum zu erarbeiten."

Wenngleich die Wünsche und Vorstellungen des jungen Mannes teils visionär anmuten, ist er dennoch Realist genug, das Konzept einzig unter den gegenwärtigen Bedingungen zu erstellen. "Das ist schon schwierig genug. Allein die Depotsituation bedarf ungeheurer Anstrengungen." Relativ wahllos seien in der Vergangenheit historische Relikte angekauft und auf mehrere Depots verteilt worden. Das alles zu sichten, zeitlich und finanziell einzuordnen, werde lange Zeit brauchen. "In dieser dunklen und kalten Jahreszeit war es mir noch nicht möglich, mir einen kompletten Überblick zu verschaffen."

Nach Müllers Wissen sei die Vogtland Kultur GmbH aus finanziellen Gründen momentan davon abgegangen, ein externes Gebäude zum Anlegen eines Depots anzukaufen. "Erst einmal soll das Haus Elgaß als Depot genutzt werden.". Als eine der wichtigsten Aufgaben sieht Müller das Beschriften und Dokumentieren der ausgestellten Relikte an. "Ziel ist es, dass sich Besucher auch ohne offizielle Führung perfekt im Gelände zurecht finden und genau wissen, was sie sehen." Große Unterstützung bekommt Müller nach wie vor von Steffen Gerisch, dem Leiter der Grube Tannenbergsthal. "Er hat sich schon vor meiner Einstellung um Landwüst bemüht. Auch jetzt kann ich viel von seinen Erfahrungen, auch Kontakten profitieren."

Innerhalb dieser Zusammenarbeit ist bereits ein erster Erfolg zu verzeichnen. "Wir haben ein Kombi-Eintritts-Ticket für das Freilichtmuseum Landwüst, die Grube Tannenbergsthal und das Vogtländisch-Böhmische Mineralienzentrum Schneckenstein entwickelt." Für neun beziehungsweise fünf Euro können Erwachsene und Kinder ohne zeitliche Einschränkung alle drei musealen Teile der Vogtland Kultur GmbH besuchen. Der Einzelkauf der Karten wäre etwa um ein Drittel höher. In der kommenden Saison soll das Ticket erprobt werden.Ferner ist angedacht, an allen drei Standorten mit Ausstellungen auf die jeweils beiden anderen Partner neugierig zu machen.

Wie stellt sich Müller die Zukunft vor? "Zuerst einmal muss das Museum wieder in den Mittelpunkt des Interesses gerückt werden. Die Kultur-Tenne wird parallel dazu erhalten, die Veranstaltungen werden jedoch stark zurückgefahren beziehungsweise inhaltlich dem Museum angepasst." Ein Bauerntheater, eine Tanzveranstaltung und die "Musik aus der Scheune" werden 2010 die Höhepunkte darstellen. Langfristig träumt Müller ganz andere Träume. Mehr Präsentationen von Feldbewirtschaftung im großen Außenbereich, weitere historische Gebäude ins Museumsgelände integrieren, das wäre sein Wunsch. "Doch vieles ist eine Frage der Finanzierung", weiß er. Ganz oben auf der Wunschliste: ein gemeinsames Konzept mit dem fünf Kilometer entfernten Freilichtmuseum Eubabrunn. Vorerst steht am 27. März von elf bis 16 Uhr Osterbasteln für Kinder, von 14 bis 16 Uhr für Erwachsene an. Dafür wird unter v  037422/2136 um Voranmeldung gebeten. Am 18. April erklingt zwischen 14 und 16 Uhr "Musik aus der Scheune". Zu Gast sind die Markneukirchener Blasmusikanten. Der Traktorentag finden ganztägig am 9. Mai statt. An diesem Nachmittag spielt das Mignon-Blasorchester auf. va