Frischer Wind in der Mylauer Burg

Das Museum in der Burg Mylau wird "runderneuert" - es ist geschlossen, und erst Ende 2014 soll die neue Ausstellung eröffnet werden. In dieser Zeit stehen Baumaßnahmen an wie Erneuerung von Dach, Fassade, Fenstern, Heizung und sanitären Anlagen. In dieser Zeit soll das neue Konzept für die Dauerausstellung erarbeitet werden.

"Wir haben großes Glück", sagt Lore Liebscher, wissenschaftliche Leiterin des Museums, und meint die 3,5 Millionen Euro, die für die Museums-Sanierung aus EU-Fördertöpfen zur Verfügung stehen. Mit dem Geld können die Arbeiten in Sieben-Meilen-Stiefeln ausgeführt werden anstatt kleckerweise über viele Jahre. Bewilligt wurde das EU-Projekt für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den Museen in Mylau und dem tschechischen Asch. Dabei geht es um das Thema "Reformation", wobei Asch in Tschechien eine Enklave ist. Dort existiert eine evangelische Kirche im ansonsten katholisch beherrschten Land. Die Zusammenarbeit basiert laut Liebscher auf gegenseitiger Objektleihe und gemeinsamer Forschungsarbeit. Daneben wird sich die Ausstellung bilingual präsentieren.

Fließen Fördermittel, muss der Bauherr Eigenmittel zuschießen. In diesem Fall: 520 000 Euro. Nach Feilschen haben sich Evangelischer Schulverein Vogtland als Träger des Museums und die Stadt Mylau auf die Halbierung der Kosten geeinigt. 120 000 Euro stehen als Sanierungs-Restmittel noch zur Verfügung. Über 400 000 Euro nimmt der Verein einen Kredit auf, dessen Abbezahlung er sich nun mit der Stadt teilt.

Künftig wird die Burg geteilt genutzt: Im älteren Teil wird auf 500 Quadratmetern das Museum untergebracht. Den anderen Teil funktioniert der Schulverein für die oberen Jahrgänge des Gymnasiums Futurum um. Damit halbiert sich die Museumsfläche, was für die Fachfrauen Lore Liebscher und Museumsleiterin Sylvie Triemer "kein Problem" darstellt. "Wir streben Klasse statt Masse an", sagt Frau Liebscher, die sich nach eigenen Worten wahnsinnig freut auf die "neue, frische Dauerausstellung mit modernen Ideen, tollen Objekten, interaktiven Elementen und museumspädagogischen Programmen". Sie soll sich den Themen Burggeschichte - Reformation, Stadt- und Regionalgeschichte, Museumsgeschichte sowie der Göltzschtalbrücke widmen und viele Originaldokumente präsentieren. Sie soll auch die Errungenschaften des Naturkundevereins Mylau/Reichenbach hervorheben, ohne die es das Museum auf der Burg vermutlich nicht gäbe. Und sie wird sich dem einstigen Burgherren von Metzsch zuwenden, der ein enger Freund Luthers gewesen sei.

Derzeit befindet sich das Projekt "Museumsumbau" in der Planung. Es wurde ein Projektteam gebildet, dem neben dem Träger und den Museumsfachleuten Vertreter des Fördervereins Burg Mylau sowie Restauratoren und Architekten angehören. "Gemeinsam wollen wir alles tun, die Burg Mylau aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken und sie für viele, viele Besucher aller Altersklassen interessant zu machen", sagt Liebscher. Sie bezeichnet die kommenden zwei Jahre als "große Herausforderung" und berichtet, dass Ratssaal und Metzschzimmer aus kunsthistorischer Sicht komplett erhalten würden. Auch die Veduten, eine umfangreiche Gemälde-Sammlung europäischer Schlösser, werde selbstverständlich weiterhin gezeigt. Daneben haben Fachleute im Museumsbestand der Burg wertvolle Majolika (Keramik aus Italien) entdeckt, die nach der Sanierung zum ersten Mal ausgestellt wird.