Freibier fließt zum Bergfest

Wenn in Markneukirchen zum Bergfest geblasen wird, brennt die Luft. Bereits zeitig am Samstagmorgen wälzt sich eine schier endlose Blechkarawane hinauf zum Oberen Berg, wo zeitgleich auf der anderen Straßenseite der Öko-Markt stattfindet, ebenfalls ein Publikumsmagnet.

Markneukirchen - Schon traditionell steht der Samstag im Zeichen des Pferdes, etwa mit dem 23. Berger Pferdemarkt, wo man Reit- und Fahrpferde ausprobieren und aushandeln kann. Anders als sonst fand zu diesem 49. Bergfest aber auch ein Freibieranstich als offizieller Auftakt statt, zu dem sich am Samstagvormittag Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer mit dem Landtagsabgeordneten Andreas Heinz im Gefolge angesagt hatte. Nach kurzem Bad in der Menge mit Smalltalk und Selfie sowie einer herzlichen Begrüßung der Besucher, flankiert von etwas Wahlpropaganda mit dem Versprechen, den ländlichen Raum weiter zu fördern, ging es an das höchst wichtige Werk. 
Sekundiert von Peter Schäffner und Hermann Ratz, zwei Urgesteine des Ersten Traditionsvereins Markneukirchen/Berg e.V., der Veranstalter des Bergfestes ist, schritt Michael Kretschmer mit dem Holzhammer zur Tat und versenkte nach einigen kräftigen Schlägen den Zapfhahn im 20 Liter-Fass. 
Anschließend betätigten sich beide Politiker fleißig als Mundschenk, denn angesichts der Temperaturen bestand großer Bedarf nach Freibier.
Und während die zwei dann nach Fassende noch zum gemütlichen Plausch bei einem Bier schritten, hatte im Gelände bereits der nunmehr 18. Berger Pferde-Holzrückwettbewerb begonnen, bei dem es um das Holzrücken nach Zeit mit vielen Hindernissen geht. 
Mit diesen soll die Arbeit der Pferde im Wald simuliert werden. Was für die Zuschauer eher unspektakulär ist, sei für die Pferde aber schon eine Herausforderung, weiß etwa Tino Leonhardt aus Erlbach, den man eine Woche zuvor als Kutscher auf der historischen Postkutsche im Museumsdorf Eubabrunn sehen konnte. Er selbst war aber diesmal nicht am Start, sondern hatte hierfür sein Töchterlein Leoni mit ihren zwei Shetland-Ponys mitgebracht. Tochter Leoni ist mit ihren 14 Jahren immerhin schon das vierte Mal dabei beim Berger Pferde-Holzrückwettbewerb. 
Ihr Pony Silly sei übrigens genauso alt wie sie, schmunzelt der Papa, denn das Pony wurde im Juni und Leonie im Oktober geboren, die das Pony schon bekam, als sie sechs Wochen alt war. Pony Chico sei zehn Jahre alt, erzählt Tino Leonhardt von Leo Pferde. Neben den Ponys gehören noch zwei schlesische Kaltblüter zum Bestand seines Pferdehofes. Die Kaltblüter werden häufig vor die Kutsche gespannt. Solch eine Kutschpartie kann man gern auch buchen. Wenig später ist Leonie auf dem Parcours, wo auch Papa Tino gewissermaßen als "Supervisor" mitläuft. Sehr gut habe Leonie ihre Sache gemacht, resümiert er anschließend, wobei es für einen vorderen Platz aber nicht reichen werde, da die Ponys naturgemäß etwas langsamer sind, als die großen Pferde.
 Das Geschehen auf dem Parcours verfolgten mit den Erläuterungen des Berg-Vereinsvorsitzenden Heiko Schuh auch die zwei Politiker, bevor diese in Richtung Öko-Markt entschwanden.
Für die Augen der Zuschauer auf jeden Fall attraktiver die Show-Veranstaltung am Nachmittag mit Pferden und Kutschen, bei der Tino Leonhardt mit Kutsche ebenfalls dabei war. Am Abend dann wurde zur Bergfest Cover-Rock Party mit der Band "Halb so wild" geladen, die den Sack am Samstag zuband.