Frank Zaumzeil präsentiert in Netzschkau seine Werke

Die Provence liegt im Vogtland. Genauer gesagt, sie hängt sie da. Schlicht "Provence" nennt der Kleingeraer Maler und Grafiker Frank Herbert Zaumzeil seine Exposition im Netzschkauer Schloss. Gut 50 Ölgemälde, Aquarelle, Tusche- und Bleistiftzeichnungen sowie Holzschnitte zeigt er dort erstmals öffentlich. Arbeiten, die während und nach eines mehrwöchigen Studienaufenthalts im Spätsommer 2007 in der Nähe des südfranzösischen Brignoles entstanden sind. "Die Eindrücke dieser Reise", sagt der Künstler, "kann ich nicht vergessen, sie bleiben wohl ewig." Es ist die Farbigkeit, die strukturelle Vielfalt der provenzalischen Landschaft mit ihren Zypressenalleen, Weinfeldern, den in Gelb-, Rot- und Orangetönen leuchtenden Felsen, den knöchrigen Platanen und den typischen Gebäuden, die den Betrachter der Bildern empfängt. Und es scheint, als sei die warme Luft dieser sonnenverwöhnten Region zu fühlen, der betörende Duft von Lavendel und anderen Kräutern zu riechen. Zaumzeil hat all das, was auch schon Maler von Braques über Cézanne bis van Gogh fasziniert hat, regelrecht in sich aufgesogen und in seinen Bildern festgehalten. Seine in der Provence gefertigten Skizzen und Aquarelle bilden dies alles ab, sind gegenständlich und zeigen den Duktus des Landstrichs. In Kleingera hat Zaumzeil begonnen und ist noch dabei, wie in Netzschkau präsentierte Arbeiten aus diesem Jahr belegen, seine Erfahrungen, Erlebnisse und Impressionen zu verdichten. Diese Arbeiten fühlen jedoch nicht nur die Erinnerung nach, sie komprimieren Details, verknüpfen sie mit momentanen Seelenzuständen und fügen sie zu neuen Bildaussagen zusammen. Erhalten bleiben dabei allerdings die Farben und Formen der Provence, das lichte Blau des wolkenlosen Himmels, der harte Schattenwurf der sengenden Sonne. "Vor Ort war ich zu sehr abgelenkt von der Fülle der Eindrücke, um abstrakt zu arbeiten", erzählt der Künstler, "in meinem Atelier kann ich das Gesehene weiterverarbeiten, Unwesentliches weglassen, das Typische hervorheben." So entstehen Bilder wie die Komposition "Porträt Provence", die Farben, Lichtspiele, Formen und Gefüge der südfranzösischen Landschaft in einem Bild vereint, oder die Rohrfederzeichnung "Provence", in der Figürliches und Natur zu einer filigranen Gesamtaussage zusammenfinden. Fast jedes der ausgestellten Werke trägt in seinem Titel die Bezeichnung "Provence". Einmal mehr ein Hinweis, wie tief verbunden der Künstler mit und beeindruckt von der südfranzösischen Region ist. Aber die Ausstellung ist noch mehr, sie dokumentiert gleichfalls den Prozess einer künstlerischen Verarbeitung vom Naturstudium bis hin zur Abstraktion, in die schließlich auch charakteristische Elemente aus Zaumzeils Schaffen wie verschieden geformte Türme einfließen. Ergänzend zu den Werken, die von kleinen Formaten bis hin zu großen Gemälden reichen, runden in einer Vitrine hinterlegte Pinienzapfen, Steine und Malutensilien, die in ihrer Bildsprache, Ausdruck und künstlerischen Qualität imposante wie sehenswerte Exposition ab. Beteiligt ist Zaumzeil derzeit außerdem an der Ausstellung "Kunst und Physik heute" in der neu eröffneten Galerie "ART IN" Meerane. Die Exposition "Provence", Malerei und Grafik von Frank Herbert Zaumzeil, ist bis zum 23. August im Schloss Netzschkau zu sehen. Öffnungszeiten: