Forum K wird mobiler

Ab Herbst ändert sich einiges an der Bahnhofstraße. Die Wohnungsbaugesellschaft Plauen wird die drei Gebäude oberhalb des Kinos in den kommenden eineinhalb bis zwei Jahren umfassend sanieren.

Von  Ingo Eckardt

Plauen - "Das heißt für uns, dass wir ab Herbst völlig neue Bedingungen haben. Es steht unser Auszug an", bestätigt Markus Schneider, der für den Betreiberverein "Forum Kultur" als Galerist tätig ist. Die geplanten Zuschnitte werden sich mit dem Umbau ändern und so natürlich auch die Nutzung. "Die WbG hat uns signalisiert, dass sie uns gern auch nach der Sanierung als Mieter am bisherigen Standort haben möchte. Allerdings wird es wohl so sein, dass die Galerie im Erdgeschoss einziehen soll", so der Galerist, der betont, dass die WbG höchst bemüht ist, einen gemeinsamen Weg in die Zukunft zu finden. Dennoch werde sich die Miete wohl für den Verein verteuern. Man müsse sich seitens des Vereinsvorstandes sicher Gedanken machen, wie man diese Kosten dann einspielen könnte.
Dennoch müsse man sich erst einmal auf eine Übergangszeit von etwa zwei Jahren einstellen. "In dieser Zeit werden wir eine andere Form der Ausstellungsorganisation wählen - wir werden ‚Pop Up‘-Ausstellungen veranstalten", erläutert Markus Schneider das Konzept, in leer stehenden Locations der Plauener Innenstadt Expositionen durchzuführen. Man habe viele Ideen, die man aber noch konkretisieren müsse. Auch hier sei die Finanzierung der zentrale Punkt. Der Kulturraum Vogtland-Zwickau und die Stadt Plauen seien als Förderer unabdingbar für die Arbeit des Vereins generell und in der Umbruchzeit ganz besonders. "Zudem ist es grade sehr schwer, passende Locations in der Innenstadt zu finden. Schließlich müssen ja trotz des Leerstandes Strom, Wasser, Toiletten und so weiter gegeben sein", umreißt Schneider, was die Knackpunkte sind, um die richtigen Veranstaltungsorte zu finden. Zudem wolle man natürlich auch bewährte Veranstaltungen wie die "Akustik-Konzerte", die "Lese-Bühne" oder Infoveranstaltungen verschiedener Partner weiterhin anbieten können. Deshalb suche man derzeit sehr intensiv nach potenziellen zentrumsnahen Locations.
Bevor die mobilen Veranstaltungen der Galerie "Forum K" an den Start gehen, wird man ab dem 6. September für 15 Tage eine letzte spannende Schau in der Bahnhofstraße am angestammten Standort anbieten. "Fusion K" lautet der Titel der Schau, die eher zum Happening werden dürfte. Zwischen 10 und 15 Künstler, die ihre Kunstwerke schon in der Galerie zeigten, werden den Räumen künstlerisch eine Handschrift zum Abschied verpassen. "Die nehmen sich Wände, Decken, Säulen und Fenster vor und gestalten diese auf ganz eigene Weise. Es entstehen temporäre Kunstwerke, die wir natürlich trotzdem technisch für die Nachwelt festhalten werden", sagt Galerist Schneider, der betont, dass die Zeitweiligkeit für viele Künstler ein normales Wesen der Kunst sei. Während der Schau gehe der Galerie-Betrieb noch einmal seinen normalen Gang, mit den gewohnten Veranstaltungen - am 13. September mit "Hinterfrag-Bar" (einem Quizformat), einem "Wohnzimmer-Akustik"-Konzert am 14. September sowie der "Lese-Bühne" am 20. September.
Mit der Ausstellung ende am 21. September mit einer Finissage der offizielle Betrieb der Galerie. Danach gäbe es am 29. September noch ein Jazz-Konzert mit der Formation "Das runde Dreieck", am 6. Oktober noch einmal einen Treff für Spielekarten-Fans und am 11. Oktober eine Lesung mit dem DDR-Dissidenten Utz Rachowski. "Und dann räumen wir erst einmal zusammen", verspricht Markus Schneider einen zweijährigen Abschied mit Wiederkehr.