Forum K: Panik unangebracht

Die Freunde der alternativen bildenden Kunst sind irritiert. Dass man um die Galerie "Forum K" bangen müsse, weil das Haus durch die WbG saniert wird, war zu lesen. Dass die Galerie auf der Kippe steht, davon sei man glücklicherweise noch weit entfernt, beteuert man in der Kunststätte und auch die WbG bietet Unterstützung an.

Von Ingo Eckardt

Plauen - In der Kulturszene sorgte die Mitteilung, dass man um den Fortbestand der Galerie "Forum K" in der Bahnhofstraße 39 bangen müsste, für hohe Aufmerksamkeit. Im Plauener Kulturausschuss fragte CDU-Stadtrat Prof. Lutz Kowalzick denn auch nach, was die Stadtverwaltung tue, um den alternativen Galerie-Standort des Trägervereins Forum Kunst zu erhalten. Kulturbürgermeister Steffen Zenner antwortete knapp, man sei bemüht, Hilfestellung zu geben. Schließlich fördere man den Verein auch als Stadt und bislang sei die Galerie kostenfrei im Haus der WbG eingemietet. Dass dies nach einer erfolgten Sanierung noch möglich ist, sei eher fraglich.
Die Galerie "Forum K" erhielt vor Kurzem die Kündigung des bestehenden Mietvertrages zum 30. September, "wie alle Mieter der Gebäude 35, 37 und 39", wie Galerist Markus Schneider berichtet. Vereins-Schatzmeister Michael Weißwange fand die Art, wie es dazu kam, ein wenig befremdlich. "Wir wussten ja seit Jahren, dass die Pläne der Sanierung bestehen, waren stets mit der WbG in Kontakt. Dass wir dann von anderen Mietern erfahren mussten, dass Kündigungen ausgesprochen wurden, war schon ein bisschen befremdlich", sagt Weißwange.
Galerist Schneider hofft noch darauf, eine temporäre Lösung zu finden, um die Bauzeit zu überbrücken. Danach würde man gern wieder ins angestammte Haus einziehen. "Es ist ja noch nichts so weit gediehen, dass man Panik verbreiten muss. Wir sind mit unseren Ausstellungen eben auf Fördermittel angewiesen, deshalb ist eine lange Vorplanung nötig", erklärt Schneider. Sein Vorstand Weißwange spricht von einer schwer planbaren Zukunft, weil es eben kompliziert wäre, eine gute Ausweichmöglichkeit zu finden. "Wichtig ist für uns, an der Bahnhofstraße oder zumindest zentral in der Stadt zu bleiben", so Weißwange, der bestätigt, dass die WbG beteuert hat, die Galerie am Standort halten zu wollen. Frank Thieme, Chef des städtischen Großvermieters bestätigt die Gespräche mit dem Verein und allen anderen gewerblichen und privaten Mietern. "Wir ziehen nun nach und nach die betroffenen Häuser leer, um die lange geplante und dringend nötige Sanierung anzugehen. Derzeit sind noch drei private Mieter nicht anderweitig versorgt. Für unsere gewerblichen Mieter wurde versucht, kluge Lösungen zu finden - was uns auch bei allen gelungen ist, außer bisher eben bei der Galerie", sagt Thieme. Angebotene Ausweichlösungen wollte der Verein bislang nicht annehmen.
Die betroffenen Häuser seien extrem "runtergekommen". Es handle sich um einen DDR-Reko-Bau, einen typischen Lehrlingsbau und ein 1900-er Gründerzeitbau, an dem nach der Wende lediglich eine Fassaden-Reko erfolgte. Man sei derzeit in der Konzeptphase, in der man sich über machbare Lösungen Gedanken mache. Den teilweisen Abriss beziehungsweise die Entkernung der unteren beiden Häuser habe man dabei ins Auge gefasst. "Es geht darum, eine einheitliche Lösung und kluge Nutzung für die drei Bauten zu finden. Einig sind wir uns, dass wir die gewerbliche Unterlagerung beibehalten wollen. Und insofern hatten wir angeboten, die Galerie künftig im Erdgeschoss einzuplanen, was die Zustimmung des Vereins fand - zu einem kleinen Mietpreis natürlich. Derzeit bezahlt man nur die Nebenkosten, was nach einer erfolgten Sanierung natürlich nicht mehr machbar ist", erzählt Frank Thieme. Man wolle möglichst zum Jahresende beginnen zu bauen - es gehe bei der Sanierung, die mit drei bis dreieinhalb Millionen Euro veranschlagt ist, um Stadtentwicklung und Stadtbild-Verbesserung. In der kompletten ersten Etage der drei Häuser sind Möglichkeiten des Pflege-Wohnens angedacht. Dafür sind umfangreiche Arbeiten nötig, vom Einbau eines Aufzuges, über die Erneuerung des Treppenhauses bis hin zur Verlegung neuer Leitungen für Strom, Wasser und Telekommunikationsleitungen. "Die Grundrisse sind komplett neu zu machen und wir müssen die Höhenlage überwinden, um die Etagenstruktur zu vereinheitlichen", erzählt Frank Thieme. Für die Galerie sieht er eine Zukunft in der Bahnhofstraße. "Je nach Baukostenhöhe, können wir die angedachte Fläche vielleicht für fünf Euro Sondermiete anbieten. Ich würde es gern sehen, wenn wir die Galerie weiter am Standort haben könnten, ohne jede Frage", sagt Thieme, der unter anderem das "Quartier 30" als Ausweichvariante für Ausstellung angeboten hatte, was leider abgelehnt worden sei. 
"Eine Bauzeit von etwa zwei Jahren ist durchaus realistisch. Ich sehe bei idealem Verlauf vielleicht Ende 2021 eine Fertigstellung", schätzt Thieme ein, der allerdings auch noch seinen Aufsichtsrat mit den Planungen vertraut machen muss, bevor der Start erfolgen kann.