Forstschule in Bad Reiboldsgrün

Der Vogtlandkreis mietet vom Freistaat eine neue Immobilie, um Lehrlinge zu unterrichten und unterzubringen. Die Jahresmiete steigt von knapp 35.000 Euro auf gut 113.000 Euro - und ein Problem bleibt vorerst ungelöst.

Bad Reiboldsgrün - Der Mietvertrag für die neue zentrale forstliche Ausbildungsstätte Bad Reiboldsgrün soll über 30 Jahre abgeschlossen werden. Das beschloss der Kreistag am Donnerstag in der Plauener Festhalle.
Die Planungen für die neue Schule in Bad Reiboldsgrün laufen seit 2010: Nächstes Jahr zum Schuljahresbeginn soll der Komplex nach Angaben des Eigentümers Freistaat Sachsen in Betrieb gehen - in dem Ort bei Auerbach, der früher eine Lungenheilstätte beherbergt hat und später eine Kinder- und Jugendpsychiatrie, die sich heute in Rodewisch befindet. Der Freistaat saniert einen Teil der alten Gebäude, einen Teil baut er neu.
Wirtschaftsdezernent Lars Beck erläuterte die Beschlussvorlage: Bisher befindet sich die Forstausbildung in Morgenröthe-Rautenkranz und gehört als Außenstelle zum Beruflichen Schulzentrum für Wirtschaft, Gesundheit, Ernährung und Forstwirtschaft "Anne Frank" in Plauen. Weil der ehemalige Kreis Klingenthal von 1992 bis 1999 viel investiert hatte, nutzte der Vogtlandkreis die Immobilie mietfrei - bis 2003. Seither beträgt die Jahreskaltmiete rund 34.600 Euro.
Gegenwärtig gibt es 150 Lehrlinge, die in Morgenröthe-Rautenkranz ausgebildet werden; dazu kommen überbetriebliche und Weiterbildungen.
Wegen des Sanierungsbedarfes entschied sich der Freistaat, nach Bad Reiboldsgrün umzuziehen. Die neue Ausbildungsstätte soll auch die Fortbildung von Waldarbeitern des Staatsbetriebes Sachsenforst übernehmen und zentrale Ausbildungsstätte des Freistaates werden.
Der Mietpreis für Ausbildungsbereich, Verwaltung und Internat in Bad Reiboldsgrün beträgt 113.280 Euro pro Jahr. "Der Abschluss des Mietvertrages trägt maßgeblich dazu bei, den Schulstandort im ländlichen Raum langfristig zu sichern", sagte Beck. Ein Fragezeichen steht nach seinen Worten bisher hinter der Essensversorgung: Die Küche gehört nicht zum Mietvertrag. Laut Beck will der Kreis einen Caterer finden, um Lehrlinge, Beschäftigte, Lehrgangsteilnehmer und Besucher zu versorgen. Klappt das nicht, wird der Vogtlandkreis die Verpflegung selbst übernehmen - mindestens für zwei Jahre; eventuell übernimmt die SBW Vogtlandkreis gGmbH diese Aufgabe. ufa