Fördermittel für Fassade und Dach

Für private Hauseigentürmer gibt es nun eine Förderung für die Sanierung ihrer Fassade oder ihres Daches. Allerdings gilt das nur, wenn das Gebäude in einem der drei speziellen Städtebauförderungsgebiete Plauens liegt - im Stadtumbaugebiet "Schlossberg", dem Soziale Stadt-Fördergebiet "Östliche Bahnhofsvorstadt" oder dem neuen Denkmalschutz-Fördergebiet "Plauener Mitte".

Von Ingo Eckardt

Plauen - Über die Fördermöglichkeiten für private Eigentümer informierten gestern in einem gemeinsamen Pressegespräch die Stadt Plauen und die Westsächsische Gesellschaft für Stadterneuerung (WGS), die jene Fördergebiete finanztechnisch und beratend begleitet. Im Stadtrat beschied man letztlich, dass man das Programm der Städtebaulichen Erneuerung nutzen möchte, das eine Fördermöglichkeit für private Eigentümer ermöglicht. "Vor August vergangenen Jahres gab es nur sehr begrenzte und sehr komplizierte Fördermöglichkeiten für private Eigentümer", erklärte Sigrid Polster-Roth von der WGS. Nun aber ergeben sich in den Gebieten die erwähnten neuen Fördermöglichkeiten, die sich vor allem rund um die Außenhülle der Gebäude drehen. "Im Stadtumbaugebiet ‚Schloßberg‘, das nur noch dieses Jahr läuft, haben wir etwa noch 80 000 Euro Fördergeld im Topf, in den beiden anderen Gebieten, die noch bis 2025 beziehungsweise 2026 laufen, stehen bis zum Ende des Planungszeitraums des städtischen Haushaltes im Jahr 2022 rund 800 000 Euro zur Verfügung, um derartige Förderungen auf den Weg zu bringen", erläuterte Dagmar Lembke aus dem Fachbereich Städtebauförderung der Stadtverwaltung.
Durch die neue Richtlinie haben private Haus- und Grundstückseigentümer in den Fördergebieten die Möglichkeit, 25 Prozent der Gesamtinvestition von Bund und Land sowie der Stadt Plauen als Förderung zu bekommen. Fördermittel gibt es daneben auch für den Rückbau leer stehender Nebengebäude, die oft in Hinterhöfen in den Stadtquartieren zu finden sind. In Ausnahmefällen, bei besonders städtebaulich wertvollen Gebäuden, kann auf der Grundlage der Ermittlung der so genannten "unrentierlichen Kosten" auch die Förderung von kompletten Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen erfolgen. "Die Prüfung der Fördermöglichkeiten erfolgt konkret für jedes Projekt und ist in diesen Fällen wirklich recht aufwändig, weil viele Dinge zu beachten sind. Zinsgünstige Darlehen sind ebenso einzuberechnen, wie erzielbare Mieten", erläutert Sigrid Polster-Roth das Prozedere. Die ausbezahlten Fördermittel setzen sich aus je einem Drittel von Bund, Land und Kommune zusammen. Eine Ausnahme bildet der Städtebauliche Denkmalschutz, wo Bund und Land jeweils 40 Prozent der Förderung übernehmen, während die Kommune zwanzig Prozent Eigenanteil zu tragen hat. Der Fördermittelantrag muss mit einem entsprechenden Formular gestellt werden. Dieses ist beim Verfahrensträger, der Westsächsischen Gesellschaft für Stadterneuerung oder auf der Internetseite der Stadt Plauen auf den Seiten der jeweiligen Fördergebiete erhältlich. "Diese Förderung ist natürlich nur ein Mosaikstein für die Stadtentwicklung, die Stadt ist immer als Impulsgeber gefragt - für Baumaßnahmen an der Infrastruktur, für Erwerb und Rückbau nicht rettbarer Gebäude. Die Kerngebiete der Stadt bringen wir auf diesen Weg voran und werden in den kommenden Jahren verstärkt auch in die Stadtteile hinein gehen. Zumindest ist das in der Fortschreibung der Städtebaukonzeption so angedacht. Städtebauförderung ist nach wie vor ein wachsender Sektor", blickt Falk Forster von der Stadtplanung in die Zukunft.