Flughafen Hof-Plauen jährlich 8000 Flüge

Hof-Plauen nach dem Wegfall der Linie noch mehr als zuvor. Der Verein "Pro Flughafen" bewirbt die Einrichtung weiter - unter anderem mit seinem Sommerfest am Sonntag.

Die Linie bestand des Flughafens wegen, nicht der Flughafen wegen der Linie - darauf legt Jürgen Knieling Wert. Der Vorsitzende des Vereins Pro Flughafen Hof-Plauen und seine 126 Mitglieder luden am Sonntag, wie seit acht Jahren schon, zum Sommerfest auf den Flughafen ein. Sie erfüllen damit eines ihrer erklärten Ziele: die Einrichtung positiv in ihrer Außenwirkung zu unterstützen.

Und das ist auch nötig, sagt Knieling: "Neulich hat die Sekretärin einer großen regionalen Firma im Tower angerufen und gefragt, ob man da noch landen kann." Kann man, natürlich: "Hof als Schwerpunkt-Landeplatz ist nicht wegzudiskutieren. Die Linienflüge haben nur acht Prozent des Verkehrsaufkommens ausgemacht." Darüber klären Knieling und seine Mitstreiter derzeit allerorten auf.

Flughafen-Geschäftsführer Klaus-Jochen Weidner nennt auf Anfrage eine aktuelle Zahl: "Nach derzeitigem Stand werden wir 2012 wieder die gleiche Anzahl an Flugbewegungen haben wie im Vorjahr: etwa 8000." Zwar ist die Linie weg, doch dafür hätten die Werksflüge im ersten Halbjahr 2012 zugenommen.

Einige Unternehmen der Region haben Maschinen in Hof-Pirk stehen, weiß auch Jürgen Knieling aus dem Tower: Die Kabelwerke Berlin, Netzsch, die Firma KWB und Glas-Spezialist Vitron fliegen ihre Mitarbeiter von Hof aus zu ihren Einsatzorten. "Manche Geschäftsflieger starten fünf, sechs Mal am Tag", sagt Knieling.

So hat sein Verein eines der vier erklärten Ziele ausgetauscht: Aus dem "Erhalt des Linienflugs" hat er auf der Hauptversammlung den "Erhalt des Flugplatzes für den Werks-, Geschäftsreiseverkehr und die allgemeine Luftfahrt" gemacht. Dazu gehört, tüchtig zu trommeln für die Einrichtung: "Wir sind dafür da, Informationen zu transportieren", sagt Knieling. Und um zu werben, das auch: Eine weitere Säule des Vereins ist die Mitarbeit im Marketingkreis "City Airport" - im Herbst ist die nächste Sitzung angesetzt, in der es um die Zukunft des Flughafens geht.

Dem voraus geht allerdings die allgemeine Frage nach dem künftigen Bild der Einrichtung: "Wir haben ein Unternehmen damit beauftragt, ein Gutachten zu erstellen, das uns hoffentlich bis Oktober vorliegt", erklärt Flughafen-Geschäftsführer Klaus-Jochen Weidner. Die Experten sollen sagen, welche Geschäfte realistisch vom Flughafen Hof aus angeboten werden können und welche Dienste - und, mit welcher Ausrüstung.

"Dann brauchen wir einen Raumplan und einen Personalplan, und erst danach können wir einen Haushalt aufstellen", sagt Weidner. Sobald diese Rahmenbedingungen feststehen, können die Verantwortlichen an die Gesellschafter herantreten und über die finanziellen Beiträge verhandeln.

Zu jenen Gesellschaftern, die den Flughafen finanzieren, gehört auch die Stadt Plauen. Dort war Jürgen Knieling kürzlich auf Einladung einer örtlichen Stadtratsfraktion zu Gast. "Ich habe dort eine Einschätzung der Situation abgegeben." Der Plauener Stadtrat hat die Frage nach künftigen Zuschüssen bereits mit auf seine Tagesordnung genommen - da das Defizit, das der Flughafen einfährt, nach dem Wegfall der Linie kleiner ausfällt, werden die Gesellschafter vermutlich ihre Finanzspritzen verkleinern können.

Doch die Aufklärungsarbeit über den Flughafen ist nicht nur im Vogtland und in den Chef-Etagen regionaler Firmen nötig, erklärt Jürgen Knieling: "Viele Hofer fragen uns, ob die Einrichtung nach dem Linien-Ende nun tot ist." Und verneint's vehement: Den Flughafen als Ganzes brauche man nicht infrage stellen, ebenso wenig wie seinen Verein.

Denn wie der Verein sucht sich nun auch der Verkehrslandeplatz ein neues Profil. Einen ersten Schritt dazu hat er schon getan: Die Piloten des hier beheimateten Aero-Clubs bewerben in der gesamten Region die "stressfreieste Kontrollzone weit und breit".

Soll heißen: Die Mitarbeiter im Tower helfen Piloten, die nicht auf Sicht, sondern nach den im "großen" Flugverkehr üblichen Prozeduren landen, geduldig weiter. Knieling, mit breitem Schmunzeln: "Die Piloten kommen hierher, um zu lernen - in der liebenswertesten Kontrollzone der Region."