Flüchtlinge: Vogtland stockt auf 800 Notquartiere auf

Der Vogtlandkreis wird mehr Flüchtlinge aufnehmen müssen. Deshalb soll die Anzahl der Reserve-Plätze auf 800 verdoppelt werden. Am Dienstag wurden dazu erste Unterkunfts-Varianten genannt.

Plauen - Das sächsische Innenministerium wird sich wohl nicht damit zufriedengeben, dass der Vogtlandkreis statt der geforderten rund 700 Notquartiere nur 400 Reserve-Plätze zur Verfügung stellen möchte. "Wir stellen uns darauf ein, auch wenn eine aktualisierte Verteilung noch nicht vorliegt", sagte Landrat Rolf Keil.

Er hatte am Dienstag kurzfristig die Bürgermeister eingeladen, um nochmals auf die Dringlichkeit der Lage und die notwendigen Unterbringungs-Kapazitäten hinzuweisen. "Und zwar überall im Landkreis", betont Keil, "denn nur mit der Mitwirkung und Solidarität aller Kommunen können wir eine geordnete Unterbringung und Versorgung gewährleisten".

Aktuell sind im Vogtland rund 1.350 Asylbewerber registriert. "Wir werden auch weiterhin alles daran setzen die Menschen auch menschenwürdig unterzubringen.", macht der Landrat deutlich und bedankt sich bei den Bürgermeistern, bei den Bürgern, Kirchen, Vereinen und Verbänden für die anhaltende Unterstützung Wohnraum anzubieten und die sozialen Betreuung mit zu organisieren.

"Die Situation ist bis Ende des Jahres und darüberhinaus nicht vorherzusehen und ein Notfallplan unbedingt notwendig", orientiert Keil auf den bereits angekündigten Winternotfallplan, sprich eine eiserne Reserve, um für Unvorhergesehenes gewappnet zu sein. Zuletzt wurde dabei von 400 Plätzen gesprochen. Doch nunmehr soll laut Keil die Kapazität der Notquartiere auf 800 Plätze verdoppelt werden. "Das ist ein riesiger Kraftakt für alle, die das mit leisten", betonte der Landrat.

Vorgesehen sind demnach als Notquartiere für Flüchtlinge die Turnhalle in Rodewisch, die leer gezogene L-Schule in Oelsnitz/ Voigtsberg und andere Objekte, die mit den Bürgermeistern abgestimmt werden. In der Prüfung auf Eignung seien auch leer stehende Großmärkte in der Region. "Mit der Unterbringung sind aber auch die soziale Betreuung, Verpflegung, der Wachschutz und weiteres zu klären", macht der Landrat die Aufgaben deutlich.

Im Jugendhilfeausschuss in der letzten Woche informierte bereits Jugendamtsleiter Dr. Berthold Geier zur Unterbringung minderjähriger Asylbewerber. Diese würden extra erfasst, untergebracht und betreut, weil sie als Minderjährige laut Gesetz einem besonderen Schutz bedürfen. "Das Verfahren ist mit den Wohlfahrtsträgern abgestimmt", stellte Dr. Geier das Konzept vor. Derzeit sind 32 Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren in der Betreuung des Jugendamtes. Laut Prognose sei laut Keil ab 2016 im Vogtlandkreis mit 100 bis 150 jugendlichen Asylbewerbern zu rechnen. va