Flüchtlinge: Vogtland schafft 400 Reserve-Plätze

Mit dem Strom an Flüchtlingen erhöht das Sachsen den Druck auf die Landkreise zur Unterbringung von Asylbewerbern. Der Vogtlandkreis will 400 Reserve- Plätze schaffen.

Plauen - Mit Landräten und Bürgermeistern hat Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) am Mittwoch hinter verschlossenen Türen über die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen beraten. Bei der Suche nach festen Unterkünften für die Neuankömmlinge erhöht die Landesregierung nun den Druck. Demnach sollen die Kreise kurzfristig je zwei Standorte für 500 bis 700 Asylbewerber benennen, um die Unterbringung der rund 2.000 Flüchtlinge, die derzeit in Zelten leben, in festen Unterkünften zu garantieren.

Anderenfalls würden Innen- und Finanzministerium selbst Liegenschaften vorschlagen. "Mit Blick auf den Winter wollen wir gemeinsam mit den Bürgermeistern in einem Notfallplan eine Reserve von 400 Plätzen schaffen", sagte am Donnerstag Landrat Rolf Keil.

Nach den vorliegenden Zahlen müsse der Kreis von September bis November aber sowieso 540 Asylbewerber aufnehmen. Aktuell seien 1.350 Flüchtlinge registriert. "Wir werden alles daran setzen, die Menschen auch menschenwürdig unterzubringen. Das ist eine erste Voraussetzung für sozialen Frieden", betont der Landrat und bedankt sich bei allen die Wohnungen anbieten und Betreuung organisieren.

"Die Zuweisung von rund 50 Flüchtlingen pro Woche ist eine große Herausforderung. Wir wollen unserem Konzept, kein größeres Heim, sondern Unterbringung in angemieteten privaten Wohnungen und WG-Häusern, die vom Vogtlandkreis betrieben werden, treu bleiben", unterstreicht Keil und erwartet dazu eine zeitnahe Finanzierung durch Bund und Land. Es werde auch in Zukunft keine Abstriche bei der Sicherheit, beispielsweise Brandschutz, geben. "Der Landkreis ist der Betreiber. Und damit tragen auch wir die Verantwortung für die Menschen."

Für eine Erstaufnahmeeinrichtung mit mindestens 500 Plätzen fehle es dem Vogtlandkreis an Immobilien mit entsprechender Kapazität. "Mit der Unterbringung der wöchentlich aus den Erstaufnahmeeinrichtungen kommenden Flüchtlinge und der Schaffung der 400 Reserve-Plätze sind unsere Möglichkeiten erschöpft", sagte auch Landratsamt-Sprecherin Kerstin Büttner. "Wir werden das auch so den Ministerpräsidenten mitteilen."

Keil, der die Erklärung Tillichs, gemeinsam an einem Strang zu ziehen, um die Ziele zu erreichen, unterstützt, will auch dazu mit den Fraktionsvorsitzenden des Kreistages sprechen. Dabei ist, so Keil, klar zu trennen nach Flüchtlingen mit Bleibeperspektive und Einwanderung aus sonstigen Gründen. "Wir wollen den Beschleunigung der Asylverfahren insgesamt, und das was das Land betrifft, Standarderleichterung zum Beispiel im Baurecht und im Haushaltrecht", so Keil abschließend. M.T.