Flohmarkt mit olle Marx

Gute Stimmung herrschte am Samstag zum zweiten Nachtflohmarkt im Open-Air-Gelände des Malzhauses. Allerdings sorgte der einsetzende Regen für ein vorzeitiges Ende der Veranstaltung.

Von Thomas Voigt

Plauen Im stimmungsvollen Ambiente bauten am Samstag rund 20 Händler ihre Stände im Open-Air-Gelände des Malzhauses auf. Nach der erfolgreichen Premiere im Juni hoffte Cheforganisatorin Julia Blei wieder auf viele neugierige Besucher. Der Plan ging zunächst auf. Ab 17 Uhr herrschte zum zweiten Nachtflohmarkt rund um die alten Mauern quirliges Treiben. "Wir wollten den Markt sogar noch größer aufziehen", verriet die Leiterin der Malzhausgalerie. Wegen der unsicheren Wetterlage zogen dann doch einige Händler kurzfristig zurück. Die Vorhersagen trafen schließlich auch ein. Zur Halbzeit der Veranstaltung setzte der Regen dem Treiben ein Ende. Bis dahin wurde munter gefeilscht, geplaudert und viel gelacht.
Bei einem Rundgang gab es einiges zu entdecken. So bot die Interessengemeinschaft "Kulturraum Kanapee" originelle Upcycling-Unikate wie Geldtaschen aus Getränkeverpackungen an.
Nebenan kamen Vertreter der Plauener Linken-Fraktion mit den Marktbesuchern ins Geschäft. Das Angebot reichte von der Sparbüchse in Form eines Karl-Marx-Kopfes über Bücher bis zum knuddeligen Plüschtier. "Die Erlöse spenden wir diesmal für die mobile Jugendarbeit", verriet die Plauener Stadträtin Petra Rank. Nach dem ersten Flohmarkt an gleicher Stelle gingen die Einnahmen der Standbetreuer an das Plauener Tierheim. Hannah Drechsel gefiel diese Idee. Die junge Frau erstand bei den Lokalpolitikern einen großen Teddybär. Von der Atmosphäre am Malzhaus war sie sehr angetan. "Ich liebe Flohmärkte", sagte sie, während das neu erworbene Knuddeltier den Besitzer wechselte.
Aus einer überdachten Ecke drang Boogie Woogie Musik an die Ohren der stöbernden Gäste. Der Plauener Schallplattensammler Heinz Tonndorf präsentierte kiloweise Vinyl- und Schellackplatten. Die mitgebrachten Schallplattenspieler aus alten Zeiten zogen ebenso die Blicke auf sich. Ein Hingucker waren auch die Kleider der Damenwelt aus den 1940-er Jahren. Als der Regen einsetzte, packten Claudia Hegner und Silke Raifarth die historische Mode in Windeseile ein.
Trotz des abrupten Abbruchs des Markttreibens huschte Julia Blei ein Lächeln übers Gesicht. Die Resonanz habe gezeigt, dass die Veranstaltung angenommen wird. Es soll auf jeden Fall eine Fortsetzung geben. Wann das sein wird, hängt nicht zuletzt auch von der Corona-Entwicklung ab, räumte die Initiatorin ein. "In der Weihnachtszeit würde ich es richtig schön finden. Am besten in der Malzhausgalerie."