Fit für Katastrophen

Für acht Millionen Euro soll am Standort Eich ein neues, modernes Kompetenzzentrum für Brand- und Katastrophenschutz (KBK) entstehen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer informierte sich Samstag vor Ort über Stand der Dinge.

Von Thomas Voigt

Die Realisierung des Kompetenzzentrums für Brand- und Katastrophenschutz (KBK) am Standort Eich an der S 299 - Abzweig Rebesgrüner Straße - rückt näher. Nach Informationen des Vogtlandkreises belaufen sich die Gesamtinvestitionen auf 8 Millionen Euro. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) informierte sich am Samstag vor Ort über den Stand der Dinge. Bei dem Treffen kam er unter anderem mit Vertretern vogtländischer Feuerwehren ins Gespräch.
Kreisbrandmeister Gerd Pürzel und Katastrophenschutz-Mitarbeiter Thomas Schlosser stellten dem Ministerpräsident die Vision einer "Mehrgenerationen-Feuerwehr" vor. Pürzel ist überzeugt, dass die Realisierung des Vorhabens den Brand- und Katstrophenschutz nachhaltig stärken wird. "Wir sind an Grenzen geraten." Beispielsweise gäbe es so gut wie keine Erlebnispädagogik im Bereich des Brandschutzes. Es fehle zudem eine moderne Trainingsanlage mit zentraler Unterbringung. Dadurch sei eine einheitliche Aus - und Weiterbildung im Bereich der Gefahrenabwehr kaum möglich. Infolge der Kreisgebietsreform 1996 entstanden einige dezentrale Katastrophenschutzlager im Landkreis. Keines der derzeit noch genutzten Lager erfülle die Anforderungen.
Im KBK ist die Bündelung mehrerer Nutzungsbereiche geplant. Auf der grünen Wiese enstehen ein Technik-Komplex mit Fahrzeughalle, Katastrophenschutzlager sowie ein Bildungszentrum. Ein Feuerwehrturm zum Trainieren wird nicht fehlen, weiß Pürzel. "Hier könnten Wettkämpfe stattfinden",
Laut dem Brandmeister wird die Jugendarbeit und die Nachwuchsförderung eine große Rolle spielen. Zeitgemäße Schulungsräume in Verbindung mit moderner Lehr- und Ausbildungstechnik seien gute Voraussetzungen, das Ausbildungsniveau auf lange Sicht zu heben. Nach der Fertigstellung des Vorhabens haben hier die Jüngsten die Möglichkeit, brenzlige Situationen spielerisch zu meistern. Mit im Boot sitzen die Kameraden der Alters- und Ehrenabteilung. Im neuen Umfeld können sie ihr Wissen an die Jungen weitergeben.
Pürzel sprach von bis zu vier festangestellten Mitarbeitern, die im KBK benötigt werden. "Es wird auf jeden Fall einen Koordinator für Jugendarbeit mit pädagogischen Hintergrund geben", verriet er.
Treuens Bürgermeisterin Andrea Jedzig ist vom Konzept überzeugt. "Wir haben uns im Vorfeld beworben." Voraussetzungen für den KBK-Standort war ein gut erreichbares Areal mit erschlossenen Flächen. Sie könne sich gut vorstellen, dass es Synergieeffekte mit den Schulen gibt.
"Die gesamte Region wird davon profitieren." Allein für das BKA-Bildungszentrum fließen laut Jedzig 900.000 Euro aus dem EU-Leader-Programm zur Förderung der ländlichen Entwicklung.
Nächstes Jahr sollen die Arbeiten beginnen. Läuft alles wie gewünscht, könnte der Komplex Anfang 2023 eröffnet werden. Fast zwei Drittel der Investitionen stemmt der Vogtlandkreis. Aktuell sind im Landkreis 3500 Männer und Frauen in 159 Feuerwehren aktiv.