Fischer Keramik steht Kopf

"Fischer Keramik" aus Zobes ist weit über die Grenzen des Vogtlandes bekannt. Begonnen hat alles vor genau dreißig Jahren.

Zobes "Mein Vater hat aus seinem Hobby den Beruf gemacht", erinnert sich Sindy Sonntag. Bernd Fischer hat für das alte Handwerk gelebt und seine Liebe zum Detail an seine Tochter weitergegeben. Das von ihm entwickelte "Australische Pflanzgefäß" gibt es im Original nur bei Fischer Keramik. Er habe über ein Jahr an der Entwicklung gearbeitet. "So lange hat es gedauert, bis endlich die Pflanzen gehalten haben." Das besondere an der Ampel ist, dass die Blumen von oben und von unten wachsen. Bernd Fischer war begeistert von Australien, obwohl er niemals da war. "Der Kontinent ist uns genau gegenüber, so wie die Blumen im Topf", erklärte die Keramikkünstlerin den Namen. Inzwischen ist das Gefäß zum echten Renner geworden. Hunderte von ihnen werden jährlich hergestellt, auf Märkten verkauft oder in die Ferne verschickt. Die besondere Pflanzweise wird dabei immer erklärt oder auch gleich mit Blühpflanzen bestückt. Bis 1993 arbeitet Bernd Fischer allein, dann stieg Tochter Sindy ein. Sie hat von 1990 bis 1993 im Bayrischen Wald den Beruf des Töpfers von der Pike auf gelernt. Bei der gemeinsamen Arbeit mit dem Vater vervollkommnete sie ihr Wissen und ihre Handfertigkeiten. Vor 20 Jahren beschloss die damals 26-jährige, ihr Wissen an Interessierte weiterzugeben. Die ersten Kurse wurden in Plauen durchgeführt. 2017 folgte der Umzug nach Zobes. "Ich hatte Glück, dieses Bauerngrundstück zu bekommen und als Töpferhaus zu nutzen." Zwölf Jahre vorher hatte Sindy Sommer die Keramikmanufaktur vom Vater übernommen und feiert in diesen Tagen ihr 15-jähriges. Inzwischen hat sie drei Angestellte. Silvia, die im Büro arbeitet, greift auch gern mal mit zu, wenn es auf Märkte geht. Mart'l ist Profi bei der Herstellung von Häusern und zaubert die tollsten Miniaturen. Doreen sitzt neben der Chefin an der Drehscheibe.
Es werden Sonderanfertigungen nach Wunsch der Kunden hergestellt. "Wir haben schon Eigenheime und Taufkirchen getöpfert. Bei uns ist jedes Stück ein Unikat." Sindy Sommer ist stolz auf ihr Handwerk. Neben Kinder- und Erwachsenenkursen und der Töpferwerkstatt hat sie den Verkauf von Töpferbedarf übernommen. Ihr Zulieferer hat 2013 das Geschäft aufgegeben und die Zobeserin führt es fort. Für die Zukunft wünscht sie sich, dass es weiter so gut geht. Die Mutter von drei Kindern ist stolz auf den Nachwuchs, der sich demnächst weiter vergrößert. "Wir freuen uns schon mächtig auf's Enkel", berichtete sie stolz. Ohne die Unterstützung der Familie würde es gar nicht funktionieren. "Das muss alles passen. Wir sind an Wochenenden viel auf Märkten. Da greift jeder zu."
Sindy Sonntag ist Töpferin mit Leib und Seele. In ihren Arbeiten steckt Herzblut, jedes Stück wird mit Liebe hergestellt. "Ich kann mich auf alle verlassen, das ist gut." Ihr Ziel ist es, das Töpferhandwerk zu erhalten. Irgendwann möchte sie den Ausbilderschein machen und dann könnte sie sich auch vorstellen, Azubis einzustellen. "Aber das liegt noch in der Ferne."
Am heutigen Mittwochnachmittag wird das Töpferhaus in Zobes seine Türen öffnen und es wird eine große Anzahl an Produkten zu sehen und zu kaufen geben. Gabi Kertscher