Finale furioso im Stadtpark

Irgendwie fühlt sich jede Kulturveranstaltung derzeit ja an wie ein großer Test. So war es natürlich auch am Sonntagnachmittag im Stadtpark. Einige der Clara-Schumann-Philharmoniker des Theaters Plauen-Zwickau hatten sich gemeinsam mit Schülern des Vogtlandkonservatoriums über das einen Quadratkilometer große grüne Areal Plauens verteilt.

Von Ingo Eckardt

Plauen- Auf der kleinen Teichbühne an der Eisenbahnbrücke wurden wundervolle Gesangsdarbietungen vorgestellt, auf einem Xylophon spielten zwei junge Musiker hörenswerte Stücke und auf der kleinen Bühne im Oberen Gelände wechselten sich die jungen Musiker in verschiedenen Genres ab. Auf der Wiese hinter der Parkbühne konnten die Besucher gleich an drei Standorten den sich teilweise überlagernden Melodien lauschen, die dargeboten wurden, von zwei Ensembles der Philharmoniker.
So musizierten hier Adrian Lucaciu mit seiner Gattin Petra und auch deren Musikschüler durften ihre klasse an der Violine zeigen. Ein ganzes Ensemble junger Musiker hatte seinen Platz gleich daneben gefunden, inspirierte die zahlreichen, sich auf Picknickdecken niedergelassenen Gäste mit wundervollen Melodien. Es wurde bei herrlichstem Sonnenschein ein Sonntag der musikalischen und manch kulinarischer Superlative genossen.
Vor den Volieren aus dem wunderbares Vogel-Gezwitscher drang, musizierte Frank Gareis mit seinem "Triologie"-Ensemble für die flanierenden Gäste, die bereits unter dem Schatten des großen Baumes am Stadtparkteich an den nächsten künstlerischen Hotspot kamen.
Wegaufwärts sorgte Konservatoriums-Chef Jörg Leitz mit seinem Bläser-Ensemble - und mit gehörigem Abstand - für wohlklingende Blechblastöne. Ein weiteres Streichensemble aus Philharmonie-Musikern überlagerte mit sanften Wellen zauberhafter Klänge die klassisch geblasenen Töne.
Ein weiteres Ensemble wagte sich unterstützt von einer Schlagzeugerin eher an die schmissigen Töne des Blechblas-Repertoires. Und so zogen, ja lustwandelten, die Menschen in Scharen - von mannigfaltigen Wohlklängen getragen - durch den Stadtpark. Eine solche Anzahl an Besuchern hatte in jedem Fall keine andere Veranstaltung im Vogtland. Fast immer hielten diese Abstand untereinander. Hingegen nutzten nur wenige die aufgestellten Boxen zur Nachverfolgung von möglichen Corona-Infektionsketten, in die man kleine Adresszettel einwerfen sollte. So wurde das gute Gefühl kaum getrübt und statt dem Anflug eines Testballons hatte dieser Sonntag eher eine kleinen Normalität in ganz und gar nicht normalen Zeiten.