Filmbösewicht redet in Hirschfeld über Wunderkind

Auf Hochtouren läuft derzeit das "Festival Mitte Europa". Fast jeden Tag stoppt das Team um Kammersänger Professor Thomas Thomaschke an einem anderen Festivalspielort und vermittelt die für dieses Jahr auferlegte Botschaft "Klang im Raum".

Umgesetzt wird der Festivalsommer durch eine exzellente Künstlerbesetzung und einen jeweils mit Fingerspitzengefühl ausgewählter Veranstaltungsort. Am Freitag gastierte das "Festival Mitte Europa" in der St. Michaeliskirche Hirschfeld. Stargast war in diesem Fall der charismatische Schauspieler Sky Du Mont, der eine Lesung zum musikalischen Wunderkind Felix Mendelssohn Bartholdy präsentierte.

Kurz vor Veranstaltungsbeginn war die kleine St. Michaeliskirche bis zum Bersten gefüllt. Die Festival-Crew hatte jedoch alles unter Kontrolle und versorgte jedem Gast einen Sitzplatz. Selbst die Organisten-Bank musste herhalten, Besucher saßen dicht an dicht an der Orgel und genossen von der Empore die wohl beste Aussicht auf die Bühne.

Sky Du Mont, der smarte Filmbösewicht und Hollywood-Gastschauspieler, erschien mit einigen Minuten Verspätung und begann getreu seines selbst auferlegten Images ohne Gruß mit seiner Lesung.

Du Mont punktet mit toller Stimme, perfekter Rhetorik und einer minimalistischen Körpersprache. In kurzen Passagen wurde das Leben von Felix Mendelssohn Bartholdy geschildert, Schauspieler Sky Du Mont erzeugte dabei als Erzähler einen bewundernswerten Spannungsbogen.

Verfeinert wurde die Lesung durch zwei geniale Musiker. Rudens Turku (Violine) und Oliver Schnyder (Klavier) setzten mit ihren Mendelssohn"schen Interpretationen Glanzpunkte in das Festival-Gastspiel. Am Ende waren es die beiden Musiker, die noch für Zugaben bereit waren. Film-Bösewicht Sky Du Mont entschwand nach seinem bestimmt recht gut dotierten Erzähler-Job ohne Zeitverzug in Richtung Dresden. Schade, denn einige Gäste hatten sich auf ein Autogramm gefreut.  HH