Film über Hitlers Soldaten

Regisseur Heintje Peter aus Plauen arbeitet an seinem dritten Spielfilm über das Kriegsende. Die Dreharbeiten laufen - und weitere Vogtländer sind beteiligt:

Plauen/Parchen - Sven Brösdorf und fünf Mitglieder der Reservistenkameradschaft "Heinrich von Plauen" waren jüngst beim Dreh dabei, in Parchen bei Genthin in Sachsen-Anhalt. Sie zählten zu den rund 50 Komparsen des Films. 
Die Vogtländer haben schon mehrmals Dreharbeiten unterstützt, wenn Wehrmachtssoldaten gebraucht werden. "Die Uniformen haben wir im Privatbesitz und auch die Ausrüstung wie Karabiner oder Maschinenpistolen vom Typ MP 40. Wenn gewünscht, können wir zudem mit einer Pak anreisen, einer Panzerabwehrkanone, wobei alle Waffen nicht mehr einsatzfähig sind", erklärt Brösdorf. Oft seien die (Ehe)Frauen mit von der Partie und übernehmen eine Rolle - als Sanitäterin oder Telefonistin.
Heintje Peters neuer Film heißt "Feldpost": Im Mittelpunkt der Handlung von Oktober 1944 bis zum Kriegsende am 8. Mai 1945 stehen zwei Wehrmachtssoldaten. Werner und Heinrich verteidigen in der 104. Infanterie-Division den lettischen Ostseehafen Liebau (!) in den Schlachten des Kurland-Kessels - gegen die anrückende Rote Armee.
"Werner bekommt Post aus der Heimat und von Freunden, die an anderen Fronten kämpfen", erklärt Regisseur Heintje Peter, der das Drehbuch geschrieben hat und die Kamera führt. "Heinrich dagegen ist Waise - Post erwartet er nicht." Laut Peter fließen die in der Feldpost geschilderten Ereignisse aus der Heimat und von anderen Frontabschnitten in die Filmhandlung ein. In den letzten Kriegstagen schafft es Werner, in Richtung Heimat zu flüchten - Heinrich gerät in russische Gefangenschaft.
Die beiden Hauptdarsteller sind semiprofessionelle Schauspieler, die anderen Rollen übernehmen bis zu 100 Laien, die Spaß an der Freude haben - wie die Reservisten aus dem Vogtland. Peter: "Die Komparsen haben wir über die sozialen Netzwerke gefunden."
Und warum wird in Sachsen-Anhalt gedreht? Peter zufolge hat das zwei Gründe: Mit den Behörden gebe es eine prima Zusammenarbeit und die Region um Genthin erinnere an die kurländische Landschaft. "Das Schloss in Parchen war bestens geeignet als Drehort eines dortigen Rittergutes."
Wie Peter erklärt, gab es bereits 15 Drehtage - und 5 sollen folgen. "Im Februar wollen wir in der Nähe von Markneukirchen drehen, wie sich Werner und Heinrich zu Weihnachten 1949 wiedersehen."
Nach Angaben des Regisseurs wird der Film in einem Jahr fertig sein. "Er soll in kleinen Kinos laufen - und bei Amazon Prime." 

Hintergrund: Heintje Peters (50) aus Plauen hat für Privatsender wie RTL und Vox gearbeitet und war dafür weltweit unterwegs. Inzwischen dreht der gelernte Mediengestalter nach eigenen Angaben nur historische Dokumentationen und Industrie- bzw. Imagefilme. Und Spielfilme. Nach "Wir waren Kameraden - das Ende" (2017) über die letzten zwei Jahre eines Vogtländers an der Front und "Verloren in Klessin" über die Kämpfe an der Oder arbeitet er derzeit an "Feldpost". ufa