Feuerwerk aus einer Hand

Kay Martin aus Werdau veranstaltet seit 2008 die "Pyro Masters - Das Feuerwerksfestival". Am Wochenende war er zum ersten Mal in Plauen. Die Zuschauer bekamen drei Musik-Feuerwerke zu sehen und entschieden mit ihrem Beifall, welches das Beste war. Der Sieger schien jedoch schon vorher festzustehen.

Plauen - Alle drei Feuerwerke hat Kay Martin selber aufgebaut und auch abgefeuert. Ungewöhnlich oder üblich, darüber gehen die Meinungen auseinander. Die Zuschauer bekommen davon jedenfalls nichts mit. Sie sahen Samstagnacht drei jeweils neunminütige Feuerwerke zu Rockklassikern und klaschten am Ende wohl am meisten für die dritte himmlische Vorstellung. So richtig wusste das der Veranstalter am Mittwoch nicht mehr. "Die meisten Leute waren schlagartig weg. Wir konnten keinen direkten Gewinner küren. Das Letzte ist aber wohl am besten angekommen", sagte Kay Martin. Der Werdauer hat also gewonnen. Glückwunsch. Das dritte Feuerwerk war von seiner eigenen Firma Pyromaniacs.

Die beiden anderen Feuerwerke sollen laut Martin von Pyro-Art Berlin und Skymotion Hamburg gewesen sein. Der Großhandel für Pyrotechnik aus Berlin distanziert sich jedoch auf Anfrage von derartigen Veranstaltungen. "Wir haben keine Show für die Pyro Masters geplant und uns daran auch nicht beteiligt", sagt Mitarbeiter Ingo Schubert. Feuerwerksfestivals würden wie Pilze aus dem Boden sprießen und die Qualität sei oft zum Grauen. Nur eine Handvoll ernstzunehmende Veranstaltungen würde es in Deutschland geben, so Schubert. Die "Flammenden Sterne" in Gera oder beispielsweise die "Pyronale" in Berlin gehören dazu.

Zurück nach Plauen. Kay Martin klärt auf. Die Berliner selbst seien nicht da gewesen, hätten aber einen Plan für den Aufbau des Feuerwerks zur Verfügung gestellt. "Ich habe die Effekte bei Pyro-Art bestellt. Die Ware kam von ihnen." Der Moderator hat also nicht gelogen, als er sagte, das nächste Feuerwerk kommt von Pyro-Art in Berlin. Die Gäste im Vogtlandstation haben dies aber sicher etwas anders aufgefasst.

Noch undurchschaubarer wird der ganze Feuerwerks-Spaß bei der Suche nach Skymotion. Diese Firma ist auch nach intensiven Recherchen einfach nicht zu finden. Martin verstrickte sich im Gespräch mit dem Vogtland-Anzeiger zudem in Widersprüche. Am Samstag noch meinte er, eines der Feuerwerke sei von "Boom Krach Action" (BKA) aus Lauterbach. Am Mittwoch hieß es auf nochmalige Nachfrage, es handelte sich um eine Verwechslung.

Die Lauterbacher seien bei den "Pyro Masters" am 20. Juli am Schwanenteich in Zwickau dabei. Bei BKA selbst weiß man von beiden nichts. "Wir haben selber zwei Veranstaltungen an diesem Tag. Wir haben keinen Vertrag und nichts geplant", sagt Inhaber Thomas Zöllner. Martin schmücke sich mit fremden Federn. "Traurig, dass es so ist", meint Zöllner. Er kennt den Werdauer, hatte selbst auch schon an den Veranstaltungen teilgenommen. Einmal habe er kurz zuvor eine Absage bekommen. "Er macht sein eigenes Ding", so Zöllner.

Bekannt sind die "Pyro Masters" in der Region bisher aus der Vogtland Arena Klingenthal. Im Vogtlandstadion war es die Premiere am Wochenende. "Nach drei Jahren haben wir gewechselt. Das Stadion hat sich sehr gut angeboten. Im nächsten Jahr sind wir wieder da", sagt Kay Martin. Das nächste Feuerwerk in Plauen schießt der Werdauer übrigens schon am Sonntagabend zum Spitzenfest am Altmarkt. Hier dürfte ihm das Klatschen der Besucher ebenfalls wieder sicher zu sein.