Feuerwehrzentrum wird kleiner

Der Bau des Kompetenzzentrums für Brand- und Katastrophenschutz beginnt im September - vier Monate später als geplant. Gebaut werden jedoch nur zwei Teile: Das "Kat-Schutz-Lager" muss warten. Sonst reicht das Geld nicht.

Treuen/Eich - Der Vogtlandkreis bezifferte 2019 die Kosten auf 8,4 Millionen Euro, erhöhte dann auf 9,7 Millionen: Dafür soll auf 1,8 Hektar beim Impfzentrum Eich ein Objekt für alle vogtländischen Wehren entstehen. Geplant waren drei Teile:
- Feuerwehrtechnisches Zentrum mit Werkstätten, Fahrzeug- und Waschhalle.
- Katastrophenschutzlager, in dem Dinge lagern wie Sandsäcke, Feldbetten und Zelte und Hygieneartikel.
- Feuerwehrbildungszentrum mit Verwaltung, Schulungsräumen und Außengelände samt Übungsturm sowie Schulungsmöglichkeiten für den Feuerwehrnachwuchs.
Doch nun hat der Kreistag beschlossen, das Katastrophenschutzlager zurückzustellen - aus Kostengründen. Dezernentin Christina Uhlenhaut hatte die die Beschlussvorlage erläutert:
Die Baufelderschließung ist nach ihren Angaben zwar billiger geworden - gut 1,6 Millionen statt gut 2 Millionen. Aber der Rohbau wird teurer. Deshalb sollen die eingesparten 600.000 Euro für das Kat-Schutz-Lager die Mehrkosten durch galoppierende Bau- und Baustoffpreise kompensieren. So hatte das Planungsbüro mit 2,27 Millionen Euro für den Rohbau kalkuliert - aber der könnte 530.000 Euro teurer werden. "Mit der Entscheidung, den Bau des Katastrophenschutzlagers zu verschieben, gehen wir auf Nummer sicher", sagte Frau Uhlenhaut.
Das rief Diskussionen hervor. Michael Schiebold (Die Linke) sah "Taschenspielertricks" und sprach von einem Geschmäckle. Nach seinen Worten handelt es sich um einen Planungsfehler.
Gegen die Vorwürfe verwahrten sich Frau Uhlenhaut und ihr Dezernenten-Kollege Lars Beck.
Dieter Kießling (CDU) sprach sich namens seiner Fraktion für das Projekt aus. Wichtig sei, dass es in Eich losgehe. Er sah kein Problem, dass das Katastrophenschutzlager "erst 23/24 oder noch ein Jahr später gebaut wird". Bis dahin werden die beiden alten Katastrophenschutzlager in Auerbach und Falkenstein weiter Dienst tun.
Kreisrat Olaf Horlbeck (Bündnisgrüne) unterstützte die Pläne. "Als Feuerwehrmann bekenne ich mich ausdrücklich zu diesem Zentrum."
Steffen Arlt (AfD) gab zu bedenken, dass man "für das gleiche Geld nur zwei Drittel des Produktes erhält". Arlts Parteikollege Ulrich Lupart wies darauf hin, dass Fördermittel flöten gingen, wenn der Kreistag nicht zustimme. "Für die künftigen Preise sehe ich auch schwarz, aber wir müssen zustimmen - im Interesse der Feuerwehr."
Und wie ging die Abstimmung aus? 49 Ja-Stimmen, 6 Enthaltungen. Der Bau kann also weitergehen - 2023 soll das KBK eröffnet werden. Das Bauunternehmen Taubert aus Greiz und die SP Bau GmbH aus Lengenfeld haben derweil die Aufträge für Erd- und Hochbau übernommen. ufa