Feuerteufel wütet in Fitness-Center

Eines der bekanntesten Gebäude von Oelsnitz, die ehemalige Wetzstein-Brauerei, erlitt am frühen Samstagmorgen schwere Brandschäden. Was die Katastrophe ausgelöst hat, ermittelt die Polizei.

Von Renate Wöllner

Eingestürzt ist das Dach, die charakteristische Jugendstilkuppel des Turms verglüht. Hinter Fensteröffnungen klafft leerer Raum. "Alarmiert wurden wir gegen 4.30 Uhr durch Anwohner", berichtete Gemeindewehrleiter Jens Jacob an der Brandstelle. Doch irrtümlich wurde die Freiwillige Feuerwehr zu einem Wohnhausbrand am Jahnteich geleitet.
"Dort haben wir den glutroten Feuerschein in der B 92 bereits gesichtet", so Jacob weiter. Die kurze Wegstrecke war schnell überwunden. Dachgeschoss und drittes Obergeschoss des privaten Gebäudes, in dem das Fitnesscenter "Elsterfit" und ein Bistro ihren Geschäften nachgingen, standen da schon im Vollbrand. Geschädigt durch Brandeinwirkung und Löschwasser wurden das erste und zweite Obergeschoss. Fitnessgeräte sind verbrannt.
Zum Einsatz kamen neben der Oelsnitzer Wehr die Berufsfeuerwehr Plauen, die Freiwilligen Feuerwehren aus Adorf, Tirpersdorf und Triebel sowie die Kameraden aus Magwitz, Planschwitz und Taltitz. "Nach einer Stunde war der Brand dank drei Hubrettern im Einsatz im Wesentlichen gelöscht", gab Jacob Auskunft. Dadurch sei es gelungen, ein Überspringen des Feuers auf den hinteren Gebäudeteil zu verhindern. "Der vordere Teil war nicht mehr zu retten", sagte der Wehrleiter.
Glück im Unglück hatte der Oelsnitzer Jens Trauer. Leihgaben seiner Bilder in Aquarell- und Mischtechnik waren im Bistro ausgestellt. Bevor das Gebäude Samstagmorgen verschlossen wurde, erhielt er dank der Oelsnitzer Feuerwehr und mit Hilfe von Brandursachenermittler Ronny Enke vom Polizeipräsidium Zwickau seine 24 Bilder unbeschädigt zurück. Große Freude herrschte da bei Trauer, der das Malen autodidaktisch erlernt hatte. Ein Freund aus der Finkenburg habe ihn über die Brandkatastrophe informiert.
Der Brandursachenermittler prüfte Samstagmorgen Spuren in und rund um das Gebäude. Die Arbeiten würden sich mindestens noch einen Tag hinziehen, sagte Enke. Dank der professionellen Arbeit der Oelsnitzer Feuerwehr seien viele Spuren erhalten geblieben, lobte er. Über die Schadenshöhe konnte er noch keine Aussage treffen. Die B 92 war ab Kreuzung Egerstraße bis in den Nachmittag hinein gesperrt. Ein Beamter leitete den Verkehr ins Oberland über Lauterbach um.