Festival Abel Carlevaro in Erlbach

Bereits zum 17. Mal findet in Erlbach das Internationale Festival Abel Carlevaro "Gitarre und Natur" statt, dessen Anliegen in erster Linie die Förderung des Gitarrenspiels ist.

 

Besonders jungen Leuten soll hiermit in verschiedensten Kursen die Möglichkeit gegeben Mit dem Namen Abel Carlevaro, einem der bedeutendsten Gitarrelehrer des 20. Jahrhunderts aus Uruguay, soll dabei dem langjährigen Gründungsdirektor gedacht werden, der im Jahre 2001 verstarb. Der Gitarrist Eduardo Fernandez aus Urugay, der als einer der Schüler von Abel Carlevaro dessen Erbe antrat, hat das Festival erfolgreich weiter entwickelt und vergrößert.

"Mit dem Motto ?Gitarre und Natur? möchten wir das harmonische Zusammenspiel von Musik, liebreizender Landschaft, traditionellem Handwerk und gastfreundlichen Menschen abseits der Hektik des Alltags zum Ausdruck bringen", erläutert Professor Eberhard Meinel aus Klingenthal, Vorsitzender des 1993 gegründeten 1. Vogtländischen Gitarre-Fördervereins Erlbach.

Zu den Vereinszielen zählen unter anderen die Vorbereitung und Durchführung der schon traditionellen internationalen und nationalen Gitarren- und Mandolinenkurse, die mittlerweile Teilnehmer aus 20 Ländern in den Musikwinkel bringen. Umrahmt wird das Festival für die Öffentlichkeit von einem interessanten Programm, wie dem Eröffnungskonzert am vergangenen Sonntag im Alten Schloss in Erlbach.

So würdigte denn auch Erlbachs Bürgermeister Klaus Herold die Bedeutung von Eduardo Fernandez als künstlerischem Leiter des Festivals und dankte den zahlreichen Sponsoren, unter anderen der Kulturstiftung Sachsen und dem Vogtlandkreis, ohne deren Unterstützung dieses Kulturereignis gar nicht möglich wäre. "Solch ein besonderes Festival ist eine Ehre für den Musikwinkel und seine Instrumentenindustrie", resümierte Rolf Keil, der als Stellvertreter des Landrates anwesend war und auch für die Zukunft die volle Unterstützung des Landkreises zusicherte. Das Eröffnungskonzert wurde durch das französische Gitarrenduo Jérémy Juove und Judicaël Perroy gestaltet, die für das "Univers Guitarre 2005" ohne Zweifel eines der Glanzlichter der jungen Generation klassischer Gitarristen sind.

Sie haben etliche Gemeinsamkeiten, die sich beispielsweise in ihren Preisen ausdrücken. So sind beide Preisträger der "Ecole Normale de Musique de Paris", des "Paris National Conservatory of Music" und der bedeutenden "Guitar Foundation of America". In Paris trafen sie sich mit der Absicht, ein Duo zu gründen. Zwischenzeitlich lehren sie an renommierten Instituten, geben Solokonzerte und widmen sich gleichzeitig der Weiterentwicklung als Duo. Ihr Repertoire beinhaltet Werke von Barock bis zeitgenössischer Musik mit einem speziellen Interesse an den Werken französischer Komponisten.

Dies kam auch im Erlbacher Konzert zum Ausdruck, das vorwiegend Stücke französischer Komponisten beinhaltete. Daneben war das klassische Arrangement des Quartetto op. 2 No. 2 von Joseph Haydn für Gitarre bemerkenswert, das den Künstlern einiges an Virtuosität abverlangte. Geradezu hingerissen waren die Zuhörer allerdings bei der Ouvertüre des "Barbier von Sevilla" von Rossini. Hierbei wurde das ursprünglich als Orchesterwerk geschriebene Stück durch die Gitarristen mit einer derart atemberaubenden Leichtigkeit und Schwerelosigkeit interpretiert, dass das Publikum geradezu in einen Beifallssturm ausbrach. Ein weiteres Konzert findet am 23. Juli um 20 Uhr in Markneukirchen in der katholischen Kirche mit dem niederländischen Sologitarristen Carlo Marchione statt. H. Schlangstedt