Festhalle Plauen: 700 Unterschriften für Parkett

 

Plauen - 700 Unterschriften von ambitionierten Tänzern liegen seit letzter Woche dem Schreibtisch des Plauener Oberbürgermeisters. Schon seit einiger Zeit ist die Erneuerung des Bodens in der Festhalle Thema und wurde oft diskutiert.

 

Am Mittwoch lud die Leiterin der Festhalle, Elke Fickert, die Inhaber der Tanzschule Swing zum Probetanzen. Thomas Lang wagte mit Schwester Corinna den Tanz auf dem Kunstharzboden im kleinen Saal, bei dem sich schnell Ernüchterung breit machte. "Der Boden ist zum Tanzen völlig ungeeignet, man rutscht und schlittert sofort weg", so Lang.

Auch die Muster für den angedachten Kunstharzboden stießen auf wenig Begeisterung. Grau, grau gesprenkelt, grau gemustert bis ins bräunlich gehend wären die Alternativen. "Egal welche Variante, die Optik wäre völlig hinüber. Holzvertäfelung und der Boden mit dem Charme einer Sporthalle. Das passt doch nicht zusammen", sind sich Lang und Kollege Ronny Tunger einig.

Für eine mobile Parkettfläche fehle zum einen der Lagerplatz, zum zweiten wäre der Aufwand angeblich zu groß, bekamen beide vor Ort gesagt. "Wir wären ja auch mit einer Teillösung zufrieden. Zumindest ein großflächiges Stück Tanzfläche mit Parkett sollte in Betracht gezogen werden." Darüber wurde auch seitens der Stadt schon nachgedacht. Über Möglichkeiten hinsichtlich Kosten und Effektivität müsse jedoch nochmals nachgedacht werden.

 

"Ich habe das Gefühl, dass nicht wirklich über diesen kulturellen Bereich nachgedacht wird. Mit dem Verschwinden des Parketts stirbt die Ballkultur aus, denn dann werden hier keine vergleichbaren Veranstaltungen mehr stattfinden können. Wir sind nicht die einzigen, die den Saal nutzen, es geht also auch nicht um uns allein", ist sich Thomas Lang sicher. Hochkarätige Tanzpaare würden sich buchstäblich an den Kopf greifen, wenn sie eine Einladung für solch einen Boden bekämen. Bisher seien einmalige Bedingungen vorhanden gewesen. Viel Fläche, bei der bis in den letzten Winkel getanzt werden konnte, nicht zu vergessen auch die Akustik. Vordergründig gehe es um anfallende Reinigungskosten nach Events, die bei einem Kunstharzboden niedriger ausfallen könnten.

 

Die Begründung, dass das Parkett alle drei Jahre abgeschliffen werden müsse, käme eher von ungefähr. Denn am Mittwoch erfuhren die Tanzlehrer, dass seit 1989 genau drei Mal so ein Vorgang statt gefunden habe. Innerhalb von kaum zwei Wochen seien nun 700 Unterschriften für die Verlegung von Parkettboden in der Festhalle gesammelt worden. "Es musste nun wirklich schnell gehen, eigentlich hätten wir noch viel mehr zusammen bekommen", so der Inhaber der Tanzschule.

 

"Es ist sehr ärgerlich jetzt hier erfahren zu müssen, dass die Presse am Mittwoch vor Ort war und ihr der Zutritt durch Frau Fickerts Stellvertreter, Ronny Bley, verwehrt wurde. Es war ja schließlich ein offizieller Termin mit Vertretern der Stadt", so Lang verärgert. Gestern Nachmittag gab es einen weiteren Termin mit einem Parkettverleger. Der schaute sich vor Ort um und reagierte für Tunger verblüffend. Die Meinung des Fachmannes: Er würde alles so lassen wie es ist und den Boden lediglich intensiv behandeln. Nun sind wir wieder am Überlegen, so Tunger. sr