Fernweh nach der Beringstraße

Weltenbummler Mario Goldstein plagt wieder das Fernweh. Im Mai 2013 steuert er mit seinem Wasserwerfer die Beringstraße in Alaska an.

Plauen - Wenn Mario Goldstein aus dem Fenster seiner Wohnung am Klostermarkt auf die Dächer von Plauen schaut, wird ihm eng ums Herz. Kaum sechs Monate nachdem der 41-Jährige von seiner Tour beim Dalai Lama zurück kehrte, zieht es ihn zum nächsten Abenteuer in die Welt hinaus. "Ich bin ein Getriebener, ständig in Unruhe", gesteht Goldstein, der aber noch ein Jahr im Vogtland ausharren muss. Die Aufarbeitung seiner Dalai-Lama-Tour am PC ruft.

Im Oktober, genau am 6., 19.30 Uhr, erlebt sein Vortrag "Mit dem Wasserwerfer zum Dalai Lama" seine Premiere in Markneukirchens Musikhalle, der sich eine Reihe Vortragstermine im Vogtland, ja gar bis Goslar und Aschaffenburg anschließen. Etwa zeitgleich bringt Goldstein seinen gleich lautenden Film (DVD) und ein 300-seitiges Buch mit Fototeil heraus. Derzeit ist Goldstein straff dabei, Filmmaterial zu sichten, auszuwählen zu schneiden und den Text seines Buches zu überarbeiten. In den nächsten Tagen schon wird der Globetrotter einen Trailer zum Film im Internet platzieren.

Von wem sich Goldstein nicht vermochte zu trennen, war sein Wasserwerfer, den er zum praktischen Wohnmobil umbaute. Einige Wochen hat Goldstein ihn im Internet zum Verkauf angeboten - und nicht losbekommen. Nun seine Entscheidung: "Ich behalte ihn. Der Wasserwerfer ist zuverlässig, geländegängig, erprobt. Ich vertraue ihm."

Im Mai 2013 wird Goldstein den "Wawe" in Hamburg einschiffen - im kanadischen Halifax geht er von Bord. Von dort wird er mit seiner neuen Lebensgefährtin Ramona an seiner Seite Kanada von Ost nach West durchqueren. Von Wancouver geht es hinauf nach Alaska zur Beringstraße. Von der amerikanischen Seite aus wird Goldstein hinüber nach Russland schauen. "Eine Überquerung der Beringstraße wäre riesig, aber ich bin mir nicht sicher, ob das funktioniert. Der Wasserwerfer wird definitiv zu schwer sein.

Ich gehe nicht davon aus, dass man übersetzen kann. Dennoch hält sich Goldstein Optionen offen: Vielleicht schafft es sein Wasserwerfer noch bis Kap Hoorn in Südamerika. Was Goldstein an der Tour reizt, sind Weiten und Einsamkeit Kanadas und Alaskas. Den Fokus der Reise legt er auf Tier- und Landschaftsfotografie sowie Menschen, die aus der Zivilisation ausgestiegen sind. "Die Tour zum Dalai Lama war mit einer Friedensbotschaft verbunden. Ich hatte versprochen, den Dalai Lama zu treffen und die Friedensbücher zu übergeben. Von daher stand ich gewaltig unter Druck. Diesmal soll alles ruhiger sein." va