Ferne Kulturen erlebbar machen

Mit beeindruckenden Fotos und Filmsequenzen berichteten sie von ihren außergewöhnlichen Touren, auf denen sie innerhalb von rund fünf Jahren mehr als 80 500 Kilometer zurücklegten und 125 Länder besuchten. Im Gegensatz zu üblichen Vorträgen mit Postkartenmotiven schillernder Landschaften, gehen die Fotografien der beiden Weltenbummler in die Tiefe, zeigen die Gesichter der Menschen, ihren Alltag und berichten Geschichten aus den fernen Kulturen, um sie erlebbar und verständlich zu machen.

Schon als Jugendliche zog es die beiden unabhängig voneinander in die weite Welt. So weit es die damaligen Grenzen erlaubten, bereisten sie das Schwarze Meer oder kletterten in den Bergen des Kaukasus. Im Frühjahr 1990 lernten sich Axel Brümmer und Peter Glöckner zufällig kennen. Das gemeinsame Fernweh ließ den Wunsch entstehen, eine außergewöhnliche Reise zu unternehmen: Mit dem Fahrrad die Welt zu umrunden.

Im Juni 1990 stiegen sie auf ihre Drahtesel als billigstes Transportmittel, mit kaum Geld in den Taschen und eroberten die Welt. Auf spannende und unterhaltsame Weise ließen sie in ihrer sehenswerten Schau die rund 70 Zuschauer teilhaben an einer Reise über die Kontinente, die unter anderen durch Kleinasien, Westafrika, Indien, Südostasien, China, Australien, Neuseeland und Südamerika führte.

Auf den Spuren berühmter Entdecker führte sie der Weg zu den einheimischen Königen in Westafrika, zu den Tänzern und Trommlern im Süden des Sudan. Sie radelten in den vom Bürgerkrieg geplagten Nordosten Indiens, erlebten die Bilderbuchstrände auf den Philippinen und lernten den Geisterglaube in China und die Hungersteppe in Kachastan kennen, kämpften mit den Sandstürmen in der arabischen Wüste und durchquerten ebenso den undurchdringlichen Dschungel Borneos.

Selbst Extremsituationen wie Sandwege in Paraguay und Schlammpisten auf Borneo, auf denen sie das Rad nur noch schieben oder tragen können oder auch heftigste Sandstürme in den Wüsten und Moskitoplagen im Dschungel des Amazonas können die beiden nicht aufhalten. Wenn nötig schafften es die Welteroberer, ihren Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs für die Weiterreise zu verdienen.

Beeindruckend auch, wie die Abenteurer immer wieder auf eine große Gastfreundschaft in den verschiedenen Ländern stoßen und hier und da schon fast zur Familie gehören und sie sowohl in Slums als auch bei Millionären schlafen. Denn auch nach ihrer ersten großen Weltumradlung packt sie immer wieder das Fernweh und sie reisen schon bald immer wieder in ferne Welten durch grenzenlose Weiten und die Wüsten Australiens, trotzen mit dem Fahrrad dem Monsunregen, kreuzen mit ihrer Dschunke, einem Viermaster-Segelschiff den Ozean und erobern mehrfach mit dem Paddelboot innerhalb von acht Jahren mehr als 40 Flüsse im Amazonas. "Nur dort kann man fühlen wie der erste Mensch zu sein", berichteten sie.

In den vergangenen 22 Jahren haben Axel Brümmer und Peter Glöckner inzwischen 150 Länder besucht und engagieren sich: Vor 15 Jahren wurde auf Initiative der Saalfelder Weltumradler der Verein "Saalfeld-Samaipata" gegründet. Dessen Mitglieder unterstützen Projekte in Bolivien zur Verbesserung der Lebensbedingungen für Straßenkinder und Waisen. Es entstanden bereits verschiedene Heime in Santa Cruz und das Jugendstadtviertel "Barrio Juvenil", in dem Jugendliche nach ihrer Kindheit im Heim Starthilfe für eine vollwertige Integration in die Gesellschaft erhalten. So fahren auch einige Vereinsmitglieder jährlich nach Bolivien um aktuelle Projekte kennen zu lernen, Spenden zu übergeben und sich über deren Verwendungszweck zu informieren. Brümmer und Glöckner sind auch Organisatoren des 14. Dia-Festivals in Saalfeld vom 27. bis 29. Januar. www.weltsichten.de