Feldzug gegen Krankenhaus-Keime

Den Krankenhaus-Keimen soll es an den Kragen gehen. Dazu hat das Kreis-Gesundheitsamt nun ein Netzwerk gegründet und Vertreter von Kliniken und Laboren an einen Tisch geholt.

Plauen - Den Hut auf dafür hat die im Gesundheitsamt angestellte Biologin Anika Mehlis sowie Hygieneingenieurin Carola Winzer. Bisher hat sich das Netzwerk ein Mal getroffen. Zu Leibe rücken möchte man Antibiotika resistenten Erregern. Hier sei MRSA zu nennen, dessen Keime vor allem im Mund-Nasen-Rachenraum vorkommen, sowie der Magen-Darm-Erreger VRE, so Anika Mehlis. Enorme Probleme bereiteten diese multiresistenten Keime in der Patientenversorgung in Krankenhäusern und Pflegeheimen.

MRSA verursache jährlich etwa 20 000 Infektionen in Krankenhäusern. In den letzten 20 Jahren stieg die Anzahl der Keim-Erkrankungen von 2,4 auf 23 Prozent. Genaue Zahlen für das Vogtland könne sie nicht nennen, so Mehlis. Carola Winzer besucht regelmäßig Krankenhäuser und Heime. Dort geht es um hygienische Aspekte, Desinfektion und den Umgang mit Risiko-Patienten. So sollten Patienten, die kurz vor bestimmten OPs stehen, auf MRSA untersucht - und, bei positivem Befund, behandelt werden.

Zu Risiko-Patienten für MRSA gehören Patienten aus Ländern wie Griechenland, explizit jene, die sich dort im Krankenhaus behandeln ließen. Dort komme der Erreger noch häufiger vor. Alle Vierteljahr wolle sich das Netzwerk treffen. Ansprechen will man niedergelassene Ärzte, Vertreter von Krankentransporten und Pflegeheimen. Mehlis: "Viele Heime sind schon gegen Keime gewappnet und recht gut aufgestellt." Auch die Hygiene-Ärzte, die vor Jahren an den Kliniken "abgebaut" wurden, sind zurück. Bis 2016 soll es sie bundesweit an den Kliniken wieder geben - im Vogtland sei man da jetzt schon vorbildlich, so Mehlis. va