Feiern unter neuer Flagge

"Wir stehen am Anfang der vosla GmbH", sagte Gerhard Liebscher als alter und neuer Chef des Plauener Speziallampenherstellers. Zuvor hatte er im Beisein der Mitarbeiter und Gäste aus Politik und Wirtschaft das neue Logo präsentiert, das die Chemnitzer Agentur Breitband schuf.

Die Idee für den neuen Namen hatte Kerstin Lorenz, Vorarbeiterin in der Wendelfertigung beim Mitarbeiterwettbewerb eingereicht und vosla - für vogtländische Speziallampen (englisch special lamps) - gewann. "230 Vorschläge von den Mitarbeitern zeigen mir, dass das Interesse am Unternehmen groß ist", sagte ein sichtlich erleichterter General Manager Liebscher. Übrigens habe die 46-jährige Vorarbeiterin noch einen anderen Vorschlag gehabt - Lila für Liebschers Lampen. Das zeigt, wie auch am Dienstag bei der Feierstunde, dass die "Voslaner" eine eingeschworene Gemeinschaft sind, die auch den Geschäftsführer fest mit einschließt.

Liebscher begrüßte unter den Gästen auch die beiden Vorstände der Bavaria Industriekapital AG München, Reimar Scholz und Harald Ender. "Wir werden helfen, wo wir können. Es ist unsere fünfte europaweite Übernahme in diesem Jahr und die erste in Ostdeutschland", sagte Scholz: "Die Firma hat die Voraussetzung, in Nischen, vor allem im Bereich Speziallampen, zu wachsen, auch, weil sich die drei großen Konzerne derzeit auf LED-Lampen konzentrieren. Unsere Zukunft liegt im Direktgeschäft und damit in der Gewinnung neuer Kunden. Derzeit sichert Philips mit Autolampen einen Großteil der Produktion. Doch der Markt ist zurzeit anfällig."

Die Chance zu wachsen, liege im Ingenieur- und Entwicklungsbereich. Wichtig sei auch der eigene Vertrieb. "Gute Entwickler und Vertriebsleute werden immer gesucht", sagte Scholz und verriet später, "dass ein solcher herzlicher und mit hochkarätigen Gästen besetzter Firmenneustart" für ihn ungewöhnlich sei. "Die familiäre Atmosphäre ist bewundernswert."

"Wir wollen die Abhängigkeit von einem Großkunden reduzieren und den zehnprozentigen Produktionsanteil Speziallampen erweitern", sagte Liebscher: "Auf der freien Fläche, wo wir jetzt sitzen, wird demnächst eine von Aachen übernommene Speziallampenlinie aufgebaut. Und auch für die anderen Flächen gibt es schon Ideen. Und außerdem werden wir als vosla GmbH bereits im September auf der weltweiten Ersatzteilemesse Automechanica dabei sein.

Erste Gespräche mit neuen Kunden verliefen viel versprechend", sagte Liebscher, der sich für die Zukunft eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Philips wünscht und von Bavaria, dass immer genügend Geld für Investitionen da sei. "Mit Ihnen", rief er den Mitarbeitern zu "wünsche ich mir eine gemeinsame Entwicklung einer langfristigen Zukunft und ruhigere Fahrwasser für die vosla GmbH". Grußworte kamen auch von Philips, Wirtschaftsstaatssekretär Hartmut Fiedler und Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer. "Nach den Tagen des Zweifelns ist es ein Tag der Zuversicht. Die Mitarbeiter wurden für ihre Qualität und Einsatzbereitschaft belohnt", sagte er.

"Wir sind froh, dass nach 28 Monaten alles ein gutes Ende hat ", sagte Betriebsrat Andreas Rother: "Wir werden es schaffen." Dass sie kreativ sind, eine Herausforderung annehmen und sie als Team erfolgreich meistern können, bewiesen die Mitarbeiter mit den Trommlern des "Drum Café" aus Frankfurt/Main. Jeder der 310 Mitarbeiter hatte sich an einem riesigen Trommelorchester beteiligt. Und auch die Azubis und Gäste trommelten eifrig mit.

Zum Schluss gab es zur Belohnung für alle ein tolles T-Shirt mit dem neuen vosla-Logo und dem Zusatz "vosla von Anfang an dabei" sowie die Einladung ans Buffet, das in der Werkhalle aufgebaut und von Partyservice Schoberth angerichtet war. Organisiert hatte die Agentur Breitband die Feier samt Trommler-Gruppe. "Wir wollten etwas machen, was alle zusammenschweißt. Und wir haben daran geglaubt, dass alle Mitarbeiter sich einreihen in das Trommelorchester", sagte Geschäftsführer André Grunwald, "und es hat geklappt". Er freut sich auch über die Resonanz auf das Logo - mit dem gelben Scheinwerferlicht. Glücklich wirkte auch Liebscher, der sich am Mittwoch in den Urlaub verabschiedete - zum Wandern in die Dolomiten.