Fee im Malzhaus: Eine Motte statt Schmetterling

Derlei Termine möge es noch oft im neuen Konzertjahr des Malzhauses geben: Fee Badenius und ihre Band gaben Freitagabend ein das Publikum überaus begeisterndes Konzert. Ihre Lieder und Worte brachten die Gäste zum Lachen und Nachdenken.

Von Frank Blenz

Plauen - Beim "Reinhören" in bei Youtube und anderen Portalen veröffentlichten Werken von Fee Badenius vor dem Konzertbesuch machte sich zunächst eine Art Skepsis breit. Reggae artige Gitarrenbegleitung für Lagerfeuer geeignet, zu recht hübsch anzuhörenden Text- und Refrainzeilen, glockenklar gesungen - Fee Badenius. Na gut. Dann die Hoffnung: bei Liveauftritten ist das meist besser. Ja, es wurde besser. Sehr viel besser.
Nachdem eine Woche vorher das Wort von der Bühne des Malzhauskellers weniger wichtig war, die Legende Engerling vor allem via Instrumente, Blues und Rock und mit immenser Hingabe die zahlreich erschienenen Leute mitriss, schaffte es nun zum zweiten Konzert des Jahres eine kleine, stämmige, schöne Frau namens Fee, mit einer gerade zu fragil wirkenden Stimme und einem geschickt inszenierten, eigentlich- bin- ich-schüchtern Auftritt, gleichfalls, wenn nicht intensiver, die Zuhörer zu faszinieren.
Der Fee-Sound ergriff sofort und permanent. Klavier oder Akkordeon, Kontrabass oder E-Bass, Schlagzeug und vorne dran eine fein geschlagene, gezupfte Konzertgitarre mit Nylonsaiten, ließen poppig, peppige Melodiewolken entstehen. Chansonhaft wirkten die Lieder-Wolken fern des Mainstream, auf die sich der Zuhörer gedanklich herrlich legen konnte. Zu allem gesellten sich die sehr geschickten, liebreizend gesungenen Reime der Fee Badenius, die autobiografische oder zumindest sehr persönlich wirkende Storys transportierten, welche das Leben, die Liebe, die Irrungen und Wirrungen, beschrieben - von Fee mit Worten herzerfrischendster Art. Das Publikum reagierte oft und gern mit Lachsalven. Fee ist Musikkaberettistin, laut Programm, also eine, die mittels Musik Leute zum Lachen bringt, dank ihres Humors und ihrer Gags. Vor allem die Zwischenansagen, die kleinen Einwürfe und die Ansprache an das Malzhauspublikum waren wunderbar herzerfrischend. Sie wagte viel Eigenironie, mit dem eher seltenen Vermögen, sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Ihr Philosophieren über sich, dass sie eine Motte statt ein Schmetterling sei, war ein genialer Seitenhieb auf sich, die sie keine Titelfrau, kein It-Girl ist (und ja keines sein soll). Ihr Um-die-Ecke-Denken betraf meist das private Leben der Feee.
Es wäre grandios gewesen, hätte Fee mit dem gleichen Wortwitz, brennende aktuelle Themen unserer Gesellschaft angerissen. So, es sei ihr gegönnt und nicht kritisiert, blieb sie sanft, weich, nachgiebig und sorgte für eine überaus angenehme Stimmung im Gewölbe. Die Welt draußen ist schlimm genug, dass ein Federleicht-Konzert davon berührt würde.