Favo-Band groovte auf Teufel komm heraus

Eisige Kälte blies Samstagabend um Auerbachs Kulturkirchlein. Vor der Tür der Göltzschtalgalerie sank die Temperatur auf minus zehn Grad, im Saal jedoch begann jegliches Eis zu schmelzen. Zu verdanken war dies der nach eigenen Worten kleinsten akustischen Kapelle der Welt, der FAVO-Band. Volker Schlott und Falk Breitkreuz zauberten mit ihrem Sopransaxophon und der Bassklarinette einen wundersamen, groovenden Sound in die Herzen ihrer Zuhörerschaft.

Der im vogtländischen Oelsnitz im Jahr 195 geborene Volker Schlott zählt zur handverlesenen Sorte ostdeutscher Saxophonisten. Nach erfolgreichen Musikstudium startete er zunächst eine etwas rockig angehauchte Karriere. "In der Berliner Fusion-Band begann ich Jazz und Rock zu spielen, von Klassik war ich damals noch weit entfernt", betont Schlott. Irgendwann strich der Musiker bei der Fusion-Truppe die Segel und wechselte in ein anderes Genre. "Ich spielte als Solist in der Radio Big Band Berlin", so der heute in Berlin wohnenden Vogtländer.

Schlott erkundete später als Künstler die Welt, spielte in Australien, in Kanada und den USA. "Auf einer Tour durch Sibirien probte ich nur zum Spaß mit meinem Kollegen Falk Breitkreuz. Er auf seiner Klarinette, ich auf meinem Saxophon. Daraus entstand schließlich die FAVO-Kapelle", blickt Schlott zurück.

Und die groovte sich auch in Auerbach in die Seelen der jazzverliebten Zuhörerschaft. Mit Kompositionen von Piazolla, Puccini, Metheney und den Beatles brauchte FAVO nicht lange, um den Glanz in den Augen des Publikums leuchten zu sehen. Schlott und Breitkreuz spielten und improvisierten exzellent. Es klang, als ob eine ganze Band auf der Bühne stehen würde. "Trotz der Kälte sind wir extra von Berlin nach Auerbach gefahren und wollen in der Nacht auch wieder zurück. Der Aufwand hat sich gelohnt - das vogtländische Publikum war prima", so das Fazit der beiden Musiker. HH