Faschingsauftakt im Vogtland

 

Conny I. und Steffen II, sind das Prinzenpaar der 43. Saison des Elsterberger Faschingsclubs. Die steht unter dem Motto "It?s Partytime - Schön ist es auf der Welt zu sein". Etwa 25 Mitglieder des Vereins, stürmten gestern zum Saisonauftakt 11.11 Uhr das Rathaus der Stadt.

Bürgermeister Volker Jenennchen empfing die Narren im Kostüm des Bürgermeisters des historischen Stadtrates. EFC-Elferratspräsident Nosek forderte von ihm Rathausschlüssel und Stadtkasse. Er berief sich dabei auf die im Vorjahr erfolgreiche Saison des Faschingsclubs. Die Kasse gab es diesmal nicht für die Narren, dafür fünf 300-Euro-Scheine von Wolfgang Haupt, dem 2. Bürgermeister. Dazu noch eine Virenschutzmaske gegen die Schweinegrippe und dann den Schlüssel. "Wir werden das Geld anlegen bis zur heißen Phase des Karnevals Ende Januar", sagte Nosek, der mit seinen Narren zum Faschingsball am 30. Januar seinen ersten großen statt.

Auch in Pausa stürmten die Narren gestern das Rathaus. Hier begann die 25. Saison. Sie steht unter dem Motto "25 Jahre FCP - Und lassen wir auch Federn, wir wer?n die Maus schon fledern." Der erste Galaabend ist dort im Bürgerhaussaal am 5. Februar, 20 Uhr. j. st.

 

 

Lengenfeld - Pünktlich um 11.11 Uhr stürmten gestern närrische Abordnungen des Lengenfelder Carneval Clubs (LCC) und des Irfersgrüner Carneval Vereins (ICV) das Lengenfelder Rathaus, um den Schlüssel für die kommende närrische Saison zu übernehmen.

 

Mitgebracht hatten der LCC und der ICV zahlreiche symbolische Geschenke über örtliche Geschehnisse oder auch das Faschings-Motto des ICV. So hatte der LCC eine neu kreierte Schützenhaus-Rampenknacker dabei, da an dem Schützenhaus jüngst eine Behindertenrampe eingeweiht werden konnte und der ICV übergab köstliche Fischsemmeln, mit Exemplaren, die man gefunden hatte nach einem "Fischsterben" im Ort, bei denen ein sauerer Zustand festgestellt wurde. W. Popp

 

 

Oelsnitz - Erst um 17.11 Uhr setzte sich die Garde des OCC am Marktbrunnen in Bewegung - da herrschte im Innenhof des Rathauses schon der Belagerungszustand. OB Eva-Maria Möbius wartete als "Obergaunerin" im Sträflingsanzug, Stadtkasse und -schlüssel an OCC-Präsident Heiko Hertel übergeben zu dürfen.

 

Prinzen- und Purzelgarde sorgten für einen festlichen, getanzten Empfang der neuen Hoheiten Annett und René, die elegant mit Konvoi vorfuhren und vom acht Jahre alten Kinderprinzenpaar Fabienne und Kurt begleitet wurden. Das neue Prinzenpaar entstammt der Faschingsdynastie Angerhausen und ist das dritte in der Familie. Im wirklichen Leben feiern die beiden 43- und 45-Jährigen zu Weihnachten Silberhochzeit, wie sie erzählten - hoffentlich kein Faschingsscherz.

 

Elferrat-Vize Tilo Fuhrmann gab das Motto der Saison bekannt: "Gauner gibt es überall, auch in Sperkonien ist das der Fall". Die OB dankte dichterisch ab, ihre Rede vom Festakt am Montag hatte sie pragmatisch in Versform gesetzt. Schon jetzt freuen sich die Narren auf den Büttenabend am 16. Januar, Beginn 19 Uhr, Vogtlandsporthalle. R.W.

 

 

Plauen - Fachpersonal scheint auch 20 Jahre nach dem Mauerfall noch immer knapp zu sein. Nur fünf kämpferisch ausgebildete Wachen hatten gestern vormittag den Karnevalisten nur wenig entgegen zu setzen und so stürmten die vogtländischen Spaßmacher nahezu mühelos um 11.11 Uhr das Plauener Rathaus, um Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer und seinem Baubürgermeister Manfred Eberwein die Stadtkasse abzunehmen.

 

Und da ist wohl auch jedes Jahr immer weniger drin. Mit einigen Bonbons, die Rathausmitarbeiter beim Faschingsumzug eingesammelt haben sollen, mussten sich die Karnevalisten zufrieden geben. Und - so Ralf Oberdorfer im historischen Gewand - sei die Kussfreiheit nur dann möglich, wenn eine Impfung vorliege. Bevor die Teenies des Plauener HCC ein Hit-Medley der 70er Jahre tanzten und der Nachwuchs des DCC Weischlitz einen Rock?n?Roll aufs Parkett des Rathaussaales legten, gab es das traditionelle Wett-Trinken zwischen dem Stadtoberhaupt und dem VCC-Präsidenten, wobei Joachim Kriester den Bierkrug schneller leerte als Ralf Oberdorfer.

 

Natürlich gings auch an diesem 11.11. nicht ohne Rathaus-Elektriker Lutz Reinhard, der mathematisch den Beweis erbachte, dass Politessen böse sind. Die närrische Zeit ist eröffnet und bis zu ihren Höhepunkten im Februar haben sich die vogtländischen Karnevalisten viel vorgenommen und werden mit großen Galas und stimmungsvollen Faschingspartys viel Spaß und Show in die fünfte Jahreszeit bringen. J. Preuß

 

 

Bad Elster/Adorf - Echte (Schild-)bürgerstreiche im königlichen Staatsbad nahm zum traditionellen Rathaussturm der Präsident des Elsteraner Fosnetclubs (EFC), Horst Wunderlich, aufs Korn. Kein Wunder, haben doch die Beschilderungen auf der Badstraße in den vergangenen Wochen viele Gemüter reichlich bewegt.

 

Als ersten Streich erwähnte der EFC-Präsident die Beschilderung "Verkehrsberuhigter Bereich". Kaum jemand fuhr Schrittgeschwindigkeit, sondern eher Blumenkübel um. Die wie ein roter Teppich wirkende Fahrbahnmarkierung führte eher zu "Starallüren" bei den Fußgängern, die versuchten, darauf wie Prominente sicher die Straße zu überqueren. "Das Schild war vielen hier im Land, größtenteils noch unbekannt. Drum rollte man, ei der Daus, noch einen roten Teppich aus", so der Präsident und ließ auf den zweiten Streich nicht lange warten: "Nun sind die Schilder wieder abgeschraubt. Stattdessen kann man Tempo 20 finden, aber auch das könnt in einem Jahr wieder verschwinden, denn hier läuft doch etwas quer - 20 gibt es eigentlich nur im Werksverkehr".

 

Weil Schilder doch eine Menge Kohle kosten, wäre auch in diesem Jahr die Stadtkasse wieder leer, rügte das Narrenoberhaupt. "Dabei bräuchte doch, jetzt hört gut zu, die Teeniegarde neue Schuh", fügte er an. Und damit diese auch künftig so anmutig wie vor dem Rathaus tanzen können, sammelten flugs mit dem Klingelbeutel für den EFC Bürgermeister Christoph Flämig und Kerstin Stöß von der FDP. Sonneprinz Franklin I. und ihre Lieblichkeit Juliane II. legten auch noch was dazu, und so kamen insgesamt 200 Euro Schuhgeld zusammen.

 

Leere herrschte auch in der Adorfer Stadtkasse, die Bürgermeisterin Mariechen Bang zur närrischen Machtübernahme mit dem goldenen Rathausschlüssel an Prinz Ronny II. und Ihre Lieblichkeit Jana I. übergab. Pünktlich verkündete das Prinzenpaar zuvor den Beginn der 5. Jahreszeit, begleitet von einem dreifachen Salut des Schützenvereins. "Schaut mal zur Kirche, die Uhr ist ganz wichtig, seit Umstellung auf die Winterzeit geht sie jetzt wieder richtig", machte das Prinzenpaar aufmerksam, bevor es mit spitzer Zunge weitere aktuelle Geschehnisse in der Stadt ins Visier nahm. So zum Beispiel die neu entstandene Stadtmauer und den Johannisplatz als Aushängeschild, ganz im Gegensatz zur Pflaumenallee.

 

"Denn dort musst du als Bürger sportlich sein, hindurchzuhüpfen zwischen all den Hundescheißerein? Gebt doch mal Knöllchen an die Halter weiter, vielleicht wird ein Tierfreund dann endlich gescheiter", meinte das Prinzenpaar und fügte an: "Ist die Gestaltung am Johannisplatz nun gelungen, verträgt diese demnächst wieder Änderungen: Vom Landkreis eine Straße hat die Stadt bekommen und sich für diese eine Ausbau vorgenommen. Natürlich führt die Straße am Johannisplatz vorbei und los geht sie dann - die nächste Buddelei." Ein temperamentvoller Tanz der Prinzengarde und flotte Darbietungen der "Chili-Schoten" und der Purzelgarde erfreuten zahlreiche Zuschauer zum Auftakt der 37. Faschings-Session die in diesem Jahr unter dem Motto steht: "Wir legen mit dem Traumschiff ab, die Lobels feiern und das nicht zu knapp!"  St. Adler