Fans der Badkurve holen Hauptpreis

Sonst stehen die "VFC-Ultras" in der Badkurve und sorgen im Vogtlandstadion für Stimmung. Jetzt haben die Fußballfans mit ihrem Corona-Hilfsprojekt den mit 2.000 Euro dotierten Hauptpreis beim Vereinswettbewerb gewonnen.

Von Karsten Repert

Plauen Unter dem Motto "Deine Energie für Deinen Verein" suchten die Stadtwerke Strom gemeinnützige Projekte, die sie finanziell unterstützen. 26 Vereinsprojekte wurden eingereicht. 15 davon schafften es in die finale Onlineabstimmung.
Ultras als Botengänger
Bereits am 30. April stand kurz vor Mitternacht fest, wer das Rennen um die Fördersumme in Höhe von insgesamt 5.000 Euro gemacht hat. Vier Wochen lang konnten zuvor die User im Internet abstimmen. Wegen der Coronakrise verzichtete der Veranstalter auf den Abdruck von Stimmzetteln in den Zeitungen. Die Wahl wurde in diesem Jahr nur via Internet durchgeführt.
"Mit 313 von 1.722 Stimmen sicherte sich der Vogtländische Fußballclub das Siegertreppchen. Der Verein trifft mit der Aktion ‚Badkurve hilft‘ einen Zeitgeist", sagt Peter Kober, Geschäftsführer der Stadtwerke Strom. "Die Fanszene unseres Fußballclubs hilft während der Corona-Pandemie zehn Plauenern dauerhaft und wir wurden zu 30 Einzeleinsätzen gerufen. Wir unterstützen hilfsbedürftige Menschen zu Hause und erledigen beispielsweise deren Einkäufe, holen Medikamente von der Apotheke und übernehmen andere Botengänge", erklärt Badkurven-Sprecher Marcus Mosch, der sich riesig über das Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro freut.
Das Geld wird direkt wieder investiert, weil das Projekt "Badkurve hilft" noch immer wächst und es zu einem fortwährenden Hilfsangebot werden soll.
Der Förderverein des Vogtlandtheaters Plauen kam mit seinem inklusiven Theaterprojekt "Voll normal" auf Platz zwei ein. Die gewonnenen 1.500 Euro fließen in die Anschaffung von Kostümen und Requisiten für das neue Theaterstück "Sterne leuchten nicht nur am Himmel", der aus 25 Personen bestehenden Gruppe. Als 2. Vorstand des Fördervereins lobte Helko Grimm die Arbeit von Theaterpädagogin Steffi Liedtke.
Geld für Bike ohne Räder
Mit nur einer hauchdünnen Stimme weniger folgt die Dorfgemeinschaft Oberlosa auf Platz drei. Der Verein hat 2019 das Haus Nummer 13 in der Neustadtgasse erworben. Das älteste Haus weit und breit soll zu einer Begegnungsstätte für Jung und Alt aufgebaut werden, so der Herzenswunsch der Oberlaser, der mit 1.000 Euro unterstützt wird.
Die Mädels und Jungs des BMX- und Skatevereins 2plus4macht1 sind mit dem Gewinn von 500 Euro ihrem Ziel ein großes Stück näher gekommen. Sie wollen ein Sporttrampolin und ein abgepolstertes Bike ohne Räder und Kurbel, für den Skatepark an der Elsteraue anschaffen. Mit 202 Stimmen landeten sie auf dem vierten Platz.
Darüber hinaus vergaben die Stadtwerke Sonderpreise im Wert von 2.000 Euro an Vereine, die es im Abstimmungsverfahren nicht bis nach ganz vorn geschafft haben. Einer der Sonderpreise und damit 1.000 Euro ging an das Projekt "Gemeinsam statt einsam" des Vereins Wohn- und Lebensräume. "Die Idee vom ‚Tag der Nachbarn‘ überzeugt in Zeiten sozialer Distanz und der Sehnsucht vieler nach Beisammensein", sagte Peter Kober.
Taucher schützen Meisen
"Wir planen an einem Tag Begegnungen unter Nachbarn erlebbar zu machen, in allen denkbaren Facetten: Picknicks, Frühstücke, Abendessen, gemeinsam organisierte Schnitzeljagden, Hof- und Gartenfeste, vieles ist denkbar", erklärt dazu Manuela Buchta, vom Verein Wohn- und Lebensräum.
Den zweiten Sonderpreis teilen sich der Tauchclub Nemo und der Vital-Verein. Der TC Nemo kann nun das Projekt "Meise, Schlupfwespe & Co." als Sommerlager unter dem Motto Naturschutz angehen. Der Vitalverein setzt die Idee um, zwei Flügelpaare an einer Wand entstehen zu lassen, die als Fotohintergrund dienen.
"Beide Projekte gefallen uns gut, sowohl der Umweltschutzgedanke, als auch die Wandgestaltung, die die Menschen zum Lächeln bringen soll", betont Kober.
Die Preisübergabe wurde im Vogtlandstadion im kleinen Kreis durchgeführt. "Es ist beeindruckend, welche tollen Projekte die Plauener Vereine immer wieder umsetzen" resümierte Geschäftsführer Kober.