Fall Wunderlich: Mörder-Suche geht weiter

Der 50-jährige Rainer D., der Anfang Februar zwei seiner Arbeitskolleginnen angriff und eine fast zu Tode würgte, ist laut DNA-Spuren nicht der Täter im 27 Jahre zurückliegenden Mordfall Heike Wunderlich.

Zwickau/Voigtsgrün - Vorerst zerschlagen haben sich die Hoffnungen der Polizei, einen 27 Jahre zurückliegenden Mord noch aufklären zu können. Vermutungen, der 50-Jährige Rainer D. aus Mechelgrün sei für den Mord an Heike Wunderlich verantwortlich, haben sich nicht bestätigt. Das DNA-Profil des im Februar festgenommenen 50-Jährigen passe nicht zu den damals gesicherten Spuren, teilte die Polizei am Montag mit.

Gegen den Melker wird wegen Totschlags ermittelt, nachdem er zwei Arbeitskolleginnen angegriffen und einer 41-Jährigen massive Würgeverletzungen zugefügt hatte. Auf ähnliche Weise war im Jahr 1987 auch Heike Wunderlich umgebracht worden. Damit geht die Suche nach dem Mörder der damals 18-Jährigen weiter.

"Die polizeilichen Ermittlungen gegen den 50-Jährigen sind noch nicht abgeschlossen. Die Untersuchungen zu dem Tatvorgang laufen noch, dazu wird noch ein Gutachten erstellt", sagte am Montag auf Nachfrage die Zwickauer Staatsanwältin Antje Dietsch zu dem aktuellen Angriff.

Rainer D., der Würger von Trieb, sitzt seit dem 12. Februar in U-Haft, nachdem er zunächst eine 53-jährige Arbeitskollegin der Milchgut Triebtal KG in der Nacht nach Schichtschluss aufgelauert und angegriffen hatte und früh die 41-jährige Junior-Chefin fast zu Tode würgte. Vor der Polizei, bei der er sich selbst stellte, hatte er gestanden, dass er die Frauen töten wollte.

Der 50-jährige ist ein Wiederholungstäter. 1991 hatte er laut Staatsanwaltschaft eine Freundin erdrosselt, war zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt und vorzeitig entlassen worden. Da auch die 18-jährige Altensalzerin Heike Wunderlich vor 27 Jahren im Voigtsgrüner Wald erwürgt wurde, lag es nahe DNA-Spuren mit D. zu vergleichen. M. T.