Falknerei im Aufbruch

"Alles wird größer und schöner werden", schwärmt Falkner Hans-Peter Herrmann im Gespräch. Nach einigen Jahren, die ihm zeitweise Tränen in die Augen drückten, sind seine Mitarbeiter und er jetzt voller Elan und Tatendrang.

Von Gabi Kertscher

Plauen - Es sei furchtbar gewesen, wenn völlig Fremde am Zaun gestanden haben und ihm sagten, dass sie hier bauen wollen. "Es war die schlimmste Zeit in meinem Leben." Gleichzeitig sprach er voller Anerkennung und Dank über die Plauener Bevölkerung. Sie habe in der schweren Zeit zu ihm gehalten und immer wieder Hoffnung gemacht. Die bisher von ihm von der Stadt gepachteten zwei Hektar werden erweitert. Er bekam zusätzlich drei Hektar Wald- und Wiesenflächen dazu. Am 2. April startet er noch auf dem alten Gelände mit der vorhandenen Ausrüstung. Aber schon bald wird hier ein neues größeres Gebäude entstehen. Da werden dann die Toiletten, Werkstätten, Aufenthaltsräume und ein Labor integriert. Das neue Kassenhaus wird eine kleine Gastronomie beherbergen. "Wir werden eine Krankenstation für verletzte Wildvögel und spezielle beheizbare Volieren bauen." Dann sei es auch möglich, dass der Tierarzt vor Ort kleinere Operationen durchführen kann. Hinzu kommt eine Zuchtanlage. In Zuchtkammern werden Greifvögel, Eulen und Co. für Falknereien und zoologische Einrichtungen in Deutschland aufgezogen. Hans-Peter Herrmann hat bereits jetzt sehr gute Kontakte ins europäische und arabische Ausland. Immer wieder kommen Nachfragen, zum Vogelkauf. Grundsätzlich sei er bereit, Tiere für diese Länder aufzuziehen. Die Kriterien in Deutschland sind allerdings sehr hoch und müssen beachtet werden. Gleiches gilt für das Ausland. Er gibt seine Vögel nur weiter, wenn alle Auflagen erfüllt sind und alle Papiere vorgelegt werden. Neben der Falknerei werden die bereits vorhandenen Naturerlebnisprogramme für Gruppen und Schulen weiter ausgebaut. Herrmann plant einen kleinen Streichzoo mit einheimischen Haus- und Kleintieren. Die Arbeit mit Kindern sei für ihn ein wichtiger Bestandteil seines Geschäfts, sagt er. In den kommenden Jahren wird das Areal zu einer "Falknerei mit Naturerlebniszentrum" ausgebaut und sicherlich viele Schulklassen und Familien in den Plauener Stadtteil Reißig ziehen. Die Stadt Plauen hat mit dem zeitlich unbefristeten Pachtvertrag die Grundlage für den Aufbau eines touristischen Anziehungspunktes geschaffen. 
Ab 2. April können die über 50 Greifvögel und Eulen wieder täglich (außer montags) ab 15 Uhr bewundert werden.