Fachfrau für gutes Plauen-Image

Sophie Gürtler. Manche Namen sagen einem auf den ersten Blick eher wenig. Im Falle der 38-Jährigen genügt allerdings ein Zusatz: Spitzenprinzessin. Dieses Ehrenamt begleitete sie von 2007 bis 2010. Nun agiert die Plauenerin als Geschäftsführerin des Dachverbandes Stadtmarketing.

Plauen Normalerweise "versteckt" sich das Team der Geschäftsstelle nicht hinter verschlossenen Türen. Und auch Sophie Gürtler hofft, bald nicht mehr jeden angemeldeten Besucher persönlich die Tür aufschließen zu müssen. Wie sich ihre Aktivitäten momentan auch darauf richten, die Arbeit "nach Corona" oder wenigstens nach Lockerungen "anzukurbeln". Gerade mal eine Woche liegt ihr erster Arbeitstag zurück. Nach diesen Tagen ist es freilich zu früh, eine Bilanz zu ziehen. "Ich habe mein Team kennengelernt - Christina Schmidt und Steffi Müller-Klug - und wir haben uns mit Abstand begrüßt", lacht sie und weiß, dass man das auch missverstehen könnte. "Natürlich bezieht sich das nur auf die Hygienemaßnahmen."
Weshalb sie die ausgeschriebene Stelle erhielt, für die sich immerhin elf Bewerber - einer sogar aus Berlin - interessierten? Bei der Antwort spielt wohl auch Bescheidenheit mit. "Es waren so weit ich weiß, sehr interessante Bewerber dabei, aber es spielte wohl eine Rolle, dass ich aus der Region komme und schon in verschiedenen Bereichen des Marketing ‚unterwegs‘ war." In der Tat hinterließ die Diplom-Betriebswirtin bereits in der Öffentlichkeitsarbeit des Landratsamtes und dem Zweckverband des ÖPNV ihre beruflichen Spuren. "Frau Gürtler bringt hervorragende charakterliche Eigenschaften mit", ist sich denn auch Verbandsvorsitzender Peter Kober sicher. Was er damit konkret gemeint haben könnte? Sie sei ein aufgeschlossener Mensch, kommunikativ und ganz umgänglich, lächelt Frau Gürtler. Zudem habe sie bereits in Auerbach im Tourismusbereich ein großes Team geleitet und zu allen Mitarbeitern ein gutes Verhältnis gehabt. "Ich glaube, da sind manche noch traurig, dass ich da weg bin."
Sie wolle die Stadt zum Strahlen bringen, sagte sie dieser Tage an anderer Stelle. In der Tat verfügt die einstige Spitzenprinzessin dafür über optisch beste Voraussetzungen, allerdings traf sie diese Aussage vor allem als ihr neues berufliches Ziel. "Plauen gerät immer mal wieder mit Dingen deutschlandweit in die Schlagzeilen, die eher für ein negatives Bild sorgen. Ich möchte vor allem an einem positiven Image der Stadt arbeiten, einem Bild, das Plauen für Touristen wie Einheimische gleichermaßen interessant macht. Schließlich haben wir genug Alleinstellungsmerkmale - die Plauener Spitze, e.o. plauen, die Falknerei."
Doch all dies, samt aller kulturellen und sportlichen Angebote, liegt derzeit auf Eis. Folgt daraus auch ein erzwungener Dornröschenschlaf des Dachverbandes Stadtmarketing? "Keineswegs", sagt Frau Gürtler. "Bestimmte Aktivitäten wollen wir mit oder ohne Corona unbedingt am Laufen halten. Beispielsweise den "Spitzengenuss, die Wahl des Lieblingsplatzes der Plauener. Vor allem aber wollen wir an der Wahl der 10. Spitzenprinzessin festhalten, die im Rahmen des größten Plauener Volksfestes in diesem Jahr gewählt werden soll. Das Format steht gewissermaßen noch in den Sternen, aber die Bewerberinnen können sich bereits anmelden und haben dazu noch bis 31. März Gelegenheit." Wer übrigens noch in Erinnerungen vergangener Spitzenfeste schwelgen möchte - auch dafür gibt es Gelegenheit. Christina Schmidt erstellt regelmäßig Blogbeiträge unter dem Slogan "Spitzenfest Backstage", auf denen das Auftreten der einzelnen Akteure thematisiert wird. Gewissermaßen ein Blick hinter die Kulissen.
Was lässt sich noch in Zeiten der Pandemie anschieben? "Unser Verband hat derzeit 80 Mitglieder und es können gern noch mehr werden. Wir wollen gemeinsam etwas bewegen und mit dem Vorstand, der im Oktober für drei Jahre gewählt wurde, haben wir damit auch beste Chancen." Ob sie fürchtet, von den alten Hasen "untergebuttert" zu werden? Knappe Antwort: "Nein, habe ich nicht." Ob ihr das Amt der Spitzenprinzessin einen Bonus bringe? Sicher nicht das Amt an sich, glaubt Frau Gürtler, wohl aber die Kontakte, die sie bereits in ihrer Amtszeit knüpfte. Und auch aus der "ÖPNV-Zeit" seien viele Netzwerke erhalten geblieben. "Wir Marketingleiter der verschiedenen Unternehmen, haben schon immer gut zusammengearbeitet." Und schließlich gilt auch noch ihrer Vorgängerin ein Lob. Katja Eberhardt hat mir die Geschäftsstelle in sehr gut funktionierendem Zustand übergeben." top