Ex-Judotrainer: Gutachter schließt Racheakt eher aus

Ein Plauener Ex-Judotrainer soll einen 13-Jährigen zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Doch vor Gericht steht nun Aussage gegen Aussage, die Tatvorwürfe bleiben jedoch erhalten.

 

Hat der ehemalige Judotrainer Michael T. einen seiner Schützlinge sexuell missbraucht oder handelt es sich bei den Vorwürfen gegen den 47-jährigen Plauener um einen Racheakt? Diese Frage konnte die Jugendkammer des Zwickauer Landgerichtes auch am Dienstag noch immer nicht endgültig klären.

Nach wie vor bestreitet der Tischler, im Jahr 2008 den damals 13 Jahre alten Steffen - Name geändert) in irgendeiner Form sexuell belästigt zu haben. Nichts sei an den Vorwürfen dran, ließ er verlauten. Gestern sagte das Opfer hinter verschlossenen Türen selbst aus. Offenbar bleibt der Junge bei den Anschuldigungen gegen seinen früheren Trainer. Und er hat dabei wichtige Unterstützung.

 

Eine Gutachterin, die den Jungen auf seine Glaubwürdigkeit hin überprüfen sollte, geht davon aus, dass er die Wahrheit sagt. Er habe über Details berichtet, die er sich nicht ausgedacht und in dieser Form auch nicht im Internet nachgelesen haben kann. Auch einen Racheakt schließt sie weitgehend aus. Damit bleiben die Tatvorwürfe, für die T. bereits vom Amtsgericht Zwickau zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden war, bestehen. Laut damaligem Urteil spielten sich die Ereignisse so ab: Mit einem Trick soll Michael T. den ihm anvertrauten Jungen zu den Handlungen überredet haben. Er habe dem Kind leistungssteigernde Tabletten versprochen.

 

Zur Dosierung benötigte er jedoch angeblich Spermaproben. Die soll der Trainer, ein Familienvater, nach Aussagen des Kindes selbst "abgenommen" haben. Der Schüler gab an, freiwillig mitgemacht zu haben, weil er seine Leistungen verbessern wollte. Insgesamt vier Mal habe er die Proben abgeliefert. Als er jedoch dann auch beim Trainer Hand anlegen sollte, habe er lieber auf die Pillen verzichtet, sagte er aus. va