Eversteiner für Trio Wolski

Der 28. Eiserne Eversteiner reist in den hohen Norden, nach Schweden und Dänemark. Eingepackt ins Reisegepäck und mitgenommen hat ihn das Trio Wolski - aber nicht bevor Hanna Blomberg (Violine), Petter Ferneman (Akkordeon) und Kristian Wolski (Cister) dem Plauener Malzhaus- und Folkherbst-Publikum ihre musikalische Referenz erwies.

Von Cornelia Henze

Plauen Noch einmal nahmen die sympathischen Musiker die Vogtländer in ihre nordische Welt mit. Es ist die der großen, einsamen Wälder, des Meeres und der Seen. Trio Wolksi lade ein, aufs Meer zu schauen und vielleicht in der Ferne eine Seeschlacht zu beobachten, packt Laudatorin Rebecca Müller die reine Instrumentalmusik in Bilder, die sich letztlich jeder in seiner Fantasie selbst zusammenfügt. Mit Rebecca Müller tritt übrigens ein noch ganz junges Mitglied der Folkherbst-Jury ans Laudatoren-Pult - heraus kam eine kurze, knackige, schörkellose Würdigung - dank Rebecca Müller, die Englischlehrerin am Diesterweg-Gymnasium ist, auch noch zweisprachig, so dass die Adressaten mit dem Wissen, weshalb die Plauener ihnen und keinen anderen den Eisernen Eversteiner verliehen, die Heimreise antreten konnten. Es sind die Spielfreude und das harmonische Zusammenspiel der beiden Schweden (Hanna und Petter) und des dänischen Bandgründers Kristian Wolski, das Jury und Publikum diesmal zu einer einhelligen Meinung kommen ließen, ein Fall, der in der 28.-jährigen Folkherbst-Preisverleihung nicht oft vorkam. Unprätentiös und ohne technischen Schnickschnack lässt Trio Wolski ihre Heimat Ton werden. Das in fast kammermusikalischer Manier. Das lässt ihre Musik, die aus den Traditionen Schwedens schöpft, verbunden mit Elementen aus Jazz, Klassik, Funk und Weltmusik authentisch werden. Authentisch kommen die drei Nordländer auch zur Preisverleihung rüber. Ehrlich und groß ist die Freude über den Preis, der nicht nur auf der Waage an Gewicht verfügt, sondern auch in Folk- und Weltmusikkreisen jenes genießt. Er sei wichtig für den weiteren musikalischen Weg des Trios, bedankt sich Kristian Wolski herzlich.
Auf drei so geerdete Typen stieß das Folkherbst-Publikum zu vorgerückter Stunde auch im Keller. In Ermangelung eines zweiten Eversteiner-Preisträgers füllte Doc Tylor and the Red-Haired Girl & Gäste die "Lücke" würdig. Es sei ihm ein Fest, im Malzhaus-Keller auftreten zu dürfen, sagt lachend Tim "Doc Fritz" Liebert zum Publikum - das Lachen wird umrahmt von einem weißen Rauschebart. Dem Multiinstrumentalisten (Mundharmonika, Flöte, Zupfinstrumente) zur Seite spielt mit Nico Schneider ein zweiter Universalmusiker - und mit Jenny Price, der jungen Geigerin, kommt walisisches Gewürz in die Formation. Die Waliserin, die im nichtmusikalischen Leben Gastdoktorantin am Jena Center ist und an ihrer Promotion arbeitet, gibt dem vogtländischen Publikum walisischen Sprachunterricht und hält mit ihm Ausschau nach abhanden gekommenen bunten Schafen. Deftiges Liedgut über Seemänner, freizügige Damen, nicht wählerische Weltenbummler, Trunkenbolde und gehörnte (Ehe)Männer haben die Männer auf Lager. Zum Glück auf Walisisch, da seien die gar zu deftigen Strophen nicht von jedem zu verstehen, so Doc Fritz und Nico Schneider mit schelmischem Grinsen.