Evangelischer Schulverein Vogtland denkt europäisch

Die Zusammenarbeit ist per EU-Förderbescheid quasi verordnet - aber gewollt: Das haben beide Seiten bekräftigt, nachdem sie eine Projektgruppe gegründet haben. Das grenzübergreifende Zusammenwirken wird von der EU "vergoldet": Der Schulverein erhält 3,5 Millionen Euro und Asch 490 000 Euro.

Das Geld (3 Millionen Euro) steht in Mylau zur Verfügung, um die Burg zu sanieren und die Dauerausstellung zu erneuern. 500 000 Euro sind für inhaltliche Maßnahmen, wie Futurum-Schulleiter Siegfried Kost es nennt, zur Verfügung. Er spricht von einer Stärkung der Kontakte und hofft, dass die Beziehungen der beiden Schulen lange bestehen.

Im März will man sich das erste Mal in Mylau treffen. Vorerst nehmen 6. und 7. Klassenstufen Kontakt auf. Dabei hat man sich aufs Englische als Verkehrssprache geeinigt, obwohl die Tschechen Deutsch in der Schule lernen.

Die Ascher nehmen die Fördergelder in die Hand, um die erste Etage einer alten Feuerwache von 1932 in ein Museum umzubauen. Zwar besitzt die Stadt bereits ein Museum, das sich den Themen textile Geschichte und Völkerkunde zuwendet. Aber im Zuge des EU-Projektes soll die Reformation in Böhmen und Sachsen näher ins Blickfeld gerückt werden. Deswegen die Erweiterung.

Obwohl die tschechische Seite deutlich weniger Fördermittel bekommt als der hiesige Schulverein, wirken die Projektverantwortlichen aus Asch keineswegs enttäuscht. Sowohl in Mylau als auch in Asch soll im Frühjahr 2013 mit dem Bau begonnen werden. Während die Tschechen bereits ein Jahr später eine festliche Eröffnung ihres neuen Museumsteiles planen, braucht die Burgsanierung in Mylau doch zwei Jahre. Und so rechnet Museumsleiterin Sylvie Triemer damit, die neue Dauerausstellung Ende 2014 eröffnen zu können.

Das Zusammentreffen in dieser Woche diente dem gegenseitigen Kennenlernen. Doch ab Januar wird straff gearbeitet, verrät die junge Museumsleiterin. Dafür wurden Arbeitsgruppen gebildet, so dass Bautätigkeit, Museumsarbeit und Zusammenarbeit auf schulischer Ebene parallel zueinander erfolgen. Und ist die Arbeit erfolgreich, ist Europa in zwei Jahren wieder ein kleines Stück weiter zusammengerückt.