Europas Stelldichein in Plauen

Dichtes Gedränge von der ersten Stunde an: Der 18. Europäische Bauernmarkt zog am Wochenende bereits hunderte Besucher in seinen Bann. Eröffnet wurde er am Samstag von Landwirtschaftsminister Frank Kupfer mit einem österreichische Käse-Anschnitt.

Plauen - "Servus Österreich" - unter diesem Motto steht der diesjährige Europäische Bauernmarkt in der Veranstaltungshalle des Möbelhaus Biller in Plauen. 60 Aussteller aus 13 Ländern präsentieren hier eine Woche lang ihre landestypischen Produkte. "Was die Grüne Woche in Berlin für die Welt ist, ist der Bauernmarkt für Sachsen und darüber hinaus. Er ist eine richtige Erzeugermesse, bei der es einen direkten Kontakt zwischen Verbraucher und Produzenten gibt", sagte Kupfer, der zum fünften Mal die Schirmherrschaft für den Bauernmarkt übernommen hat.

Das diesjährige Gastgeberland Österreich hatte nicht nur mit den "Waldhausner Musikanten" zünftige Blasmusik mitgebracht, sondern auch einen großen Laib Käse aus der Käsehütte Stix aus Maria Taferl. "Da ist immer das drin, was außen drauf steht", hatte Franz Höfer aus dem österreichischen Waldviertel in Anspielung auf den jüngsten Lebensmittelskandal den Besuchern zugerufen. Gemeinsam mit Minister Kupfer schnitt Karl Weizenböck, der vielen seit Jahren als Käsemann bekannt ist, den Vorarlberger Bergkäse an.

Bis zum 9. März ist der Bauernmarkt täglich von 10 bis 18 Uhr und am Samstag von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Die europäische Schlemmermeile lädt zum Genießen ein. Zugleich gibt eine Menge Handwerk und touristische Angebote zu entdecken. "Wir können von Österreich noch viel lernen, bei der Vermarktung von regionalen Produkten. Es gibt noch viel zu tun, um bei dem Verbraucher Vertrauen zu gewinnen mit sächsischen Produkten. Auf dem Markt gibt es hier viele Regionen, die ihre Heimat repräsentieren unter dem Dach Europa", betonte Kupfer. Für den "Vater des Bauernmarktes", Armin Döhler, der dieses Jahr in den Ruhestand geht, hatte der Minister, um den Übergang zu versüßen" eine Frauenkirche aus Schokolade mitgebracht. Gleiche gab es auch für Landrat Dr. Tassilo Lenk, der 20 Jahre im Amt ist, um ihn laut Kupfer, aber "das Weitermachen zu versüßen".

Traditionell gab es zum Auftakt des Bauernmarktes ein agrarpolitisches Gespräch mit mehr als 100 internationalen Gästen. Dabei standen beispielsweise die jüngsten Lebensmittelskandale und die zu Ende gehende EU-Förderperiode im Mittelpunkt. Mit dabei auch mit Dr. Peter Jahr und Heinz K. Becker auch die beiden Europaabgeordneten aus Sachsen und Österreich. Viel Beifall erhielt nicht nur der Kammerchor des Lessing-Gymnasiums, der erneut das Gespräch musikalisch umrahmte, sondern auch Andreas Günther.

Der Wollhändler aus Hartenstein hatte sich nicht nur vor dem Publikum ans Spinnrad gesetzt, sondern für Dr. Jahr und Minister Kupfer Schafwollsocken mitgebracht, "damit die beiden Politiker keine kalten Füße bekommen". Über riesigen Besucherzuspruch freut sich Michael Bretschneider. "Es gibt seit Samstag fast kein Durchkommen auf dem Markt", sagte er am Sonntag. va