Esse in Plauen wird abgepickert

Hoch über den Dächern von Plauen befindet sich Daniel Mulks Arbeitsplatz für die nächsten ein, zwei Wochen. Der Arbeiter der Lengenfelder Firma "Meinel Dach", einem Sub-Unternehmen der Recycling und Abbruch GmbH Dotzauer, pickert Stein für Stein des 55 Meter hohen Schornsteins der Hempelschen Fabrik in Plauen ab.

Auf diese vorsichtige Art abgetragen werden die Schamottsteine bis auf eine Höhe von 25 Metern. Der Rest wird hernach mit dem Bagger abgerissen. "Elf Meter haben wir schon abgetragen. Ich schätze, wir brauchen insgesamt eine Woche", sagt Mulks, den ein Kran per Hebebühne in schwindelerregende Höhe fährt.

Bereits in der vorigen Woche sorgte der Schlot für Aufregung. Weil die Baufirma das sogenannte Fuchsloch am Fuß der Esse vergrößerte, um so besser Bauschutt abtransportieren zu können, war die Statik der Esse nicht mehr gewährleistet.

Anwohner mussten evakuiert werden. Der Schornstein wurde Anfang der 1970er Jahre für das bereits abgebrochene Heizhaus errichtet. Das Heizhaus gehörte zur damaligen Textilveredlung der Plauener Spitze in den Ex-Produktionshallen der Hempelschen Fabrik, welche bis 1990 in Betrieb war. Cornelia Henze